Probe für den Ernstfall

Alle "Opfer" gerettet: Großübung der Müllheimer Feuerwehrabteilungen

Volker Münch

Von Volker Münch

Do, 11. August 2022 um 07:00 Uhr

Müllheim

Rund 60 Feuerwehrleute beteiligten sich an einer groß angelegten Übung im alten Gebäude der Christophorus-Gemeinschaft in Niederweiler. Das Fazit des Kommandanten fällt weitgehend positiv aus.

Das Hauptgebäude der Christophorus-Gemeinschaft direkt an der Lindenstraße in Niederweiler wird demnächst abgerissen. Die Bewohner des Hauses wurden bereits in neue Häuser im rückwärtigen Bereich umgesiedelt. Entsprechend ideal waren die Trainingsvoraussetzungen für die Einsatzkräfte der Gesamtfeuerwehr. An der Übung waren die Abteilungen Müllheim-Stadt, Niederweiler und Zunzingen – letztere ist einsatztaktisch als Löschgruppe der Ortswehr Niederweiler zugeordnet – beteiligt.

Vorbeilaufende Passanten blieben unbeirrt

Wie in einem Ernstfall schlugen die Rauchwarnmelder im Haus an. Überraschend war allerdings, dass einige Passanten an dem Gebäude vorbeikamen und von den Warntönen keine Notiz nahmen, obwohl nicht erkennbar war, dass es sich "nur" um eine Übung handelte. Nur eine Frau auf einem Fahrrad nahm den Ton zur Kenntnis, entdeckte eine Person im Obergeschoss am Fenster und sprach sie an. Ein "Opfer", das vom Rauch eingeschlossen war, dazu nutzte die Wehr den unbedenklichen Qualm einer Nebelmaschine, gab sogleich Entwarnung.

Dann erfolgte der offizielle Alarm, die beteiligten Abteilungen rückten an. Es galt aus dem vernebelten Gebäude sieben Personen zu retten und den Brandherd zu löschen. Weil der Nebel nicht nur die Sicht einschränkte, sondern auch die Orientierung deutlich erschwerte, hatten die Lösch- und Rettungstrupps, die wie im Ernstfall unter schwerem Atemschutz in die einzelnen Räume vordrangen, alle Hände voll zu tun. Rasch waren die ersten vermeintlichen Opfer gefunden und aus dem angenommenen Gefahrenbereich gerettet. Andere arbeiteten sich zum Brandherd vor und löschten das "Feuer".

"Unsere Einsatzkräfte haben wirklich gute Arbeit geleistet. Natürlich gab es auch das eine oder andere zu kritisieren. Aber dafür sind die Übungen auch da." Michael Stöcklin, Gesamtkommandant
Erfahrene Zugführer und Ausbilder beobachteten die einzelnen Trupps bei ihrer Arbeit, notierten sich Stichworte und gaben hin und wieder Tipps. Erst am Ende der Übung schlossen sich die Beobachter mit Gesamtkommandant Michael Stöcklin zusammen. Für Stöcklin fiel das Fazit weitgehend positiv aus: "Unsere Einsatzkräfte haben wirklich gute Arbeit geleistet. Natürlich gab es auch das eine oder andere zu kritisieren. Aber dafür sind die Übungen auch da."

Parksituation hätte Einsatzfahrzeuge im Ernstfall behindert

Er und die übrigen Ausbilder und Führungskräfte waren sich einig, dass die vom Rauch und Feuer eingeschlossenen Personen im Ernstfall rasch und effizient gerettet worden wären. Nicht unkritisch war allerdings die Parksituation vor dem Haus, die die großen Einsatzfahrzeuge im Notfall behindert hätten. Die Führungsgruppe Markgräflerland, die bei einem so großen Einsatzgeschehen die örtliche Einsatzleitung bei der Einsatzdokumentation und bei logistischen Herausforderungen unterstützen würde, hatte sich bei der Römerberghalle auf der anderen Seite des Klemmbachs aufgestellt.