Als Kollektiv überzeugen

Thorsten Mühl

Von Thorsten Mühl

Mi, 15. September 2021

Südbadenliga

Beim Handball-Südbadenligisten HGW Hofweier gibt es keine einzelnen Stars mehr / Blick geht nach oben.

. Noch vor wenigen Jahren zählten die Handballer des HGW Hofweier zu den dominierenden Teams der Region. Sie galten als Mannschaft, die sich insbesondere durch starke Individualisten auszeichnete. Mittlerweile haben sich die Parameter deutlich verschoben. Der von Michael Bohn und Co-Trainer Boris Schnak betreute Südbadenligist weist nun ein Durchschnittsalter von gerade einmal etwas über 23 Jahren auf. Klar formuliert wird daher die Zielsetzung, die mannschaftliche Geschlossenheit als Eckpfeiler noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Man fühlt sich dabei unweigerlich an den Satz des einstigen Fußball-Nationaltrainers Berti Vogts erinnert: "Der Star ist die Mannschaft." Wie alle Vereine arbeiteten sich die Hofweierer durch Vorbereitungswochen, die nicht völlig reibungslos verliefen. Vor allem im August machten sich urlaubs- oder berufsbedingte Abwesenheiten bemerkbar. Doch das ist nichts, was Michael Bohn, der seine mittlerweile fünfte Saison bei den Grün-Weißen angeht, nicht schon einmal mitmachen musste. Er setzt auf den Umstand, dass sein Aufgebot ohne jegliche personellen Veränderungen auskommt. Demzufolge konnte auch Zeit eingespart werden, die bei der Integration externer Zugänge hätte für gewöhnlich aufgewendet werden müssen.

Bohn will taktisch an Details feilen, ansonsten mit Begeisterung, die seine Spieler entfachen sollen, das ohnehin begeisterungsfähige Hofweierer Publikum von Rundenbeginn an schnell wieder hinter sich bringen. Schneller, durchaus auch kraftvoller Handball ist hier eines der Stichworte. Im vom Trainer als "wohl stärkere Südbadenliga-Staffel" ausgemachten Klassement warten gleich mehrere potenzielle Kontrahenten für die Meisterrunde. Konkreter möchte der Coach nicht werden, während die eigene Zielsetzung darin besteht, sich mit möglichst wenigen Verlustpunkten für höhere Aufgaben zu qualifizieren.

Größere Verletzungen waren während der Vorbereitung, abgesehen vom bereits angesprochenen Ausdünnen in der Testspielzeit, nicht zu verzeichnen. Die Ausnahme bildet derzeit noch Eike Neff, der sich einer Operation an der Schulter unterziehen musste. Möglichst schon im September könnte Neff wieder allmählich mit Balltraining beginnen. Doch seine Rückkehr wird noch Zeit benötigen, denn das Trainerteam möchte zunächst die vollständige Genesung des Spielers abwarten.

Zusammengefasst strebt man in Hofweier also erneut hohe Ziele für den Verlauf der Saison an. Zum Knackpunkt könnte tatsächlich die Spielerdecke werden. Von vornherein nicht übermäßig üppig besetzt, müssen die Verantwortlichen hoffen, dass der HGW nicht zu viele Ausfälle, ob aufgrund von Verletzungen oder bedingt durch Abwesenheiten, auf einmal erleidet. Diese Lücken könnten schwer aufzufüllen sein.

Bei den interessierten Mitkonkurrenten rechnet man jedenfalls trotz der sich in Weiterentwicklung befindlichen HGW-Mannschaft stark mit Hofweier. Wo noch vor wenigen Jahren eine eher stargespickte Truppe stand, sei nun eine aufstrebende, aber übers Kollektiv kommende Mannschaft zu erwarten. Exemplarisch sieht Christian Huck, Trainer des HTV Meißenheim, beim Blick auf den HGW "einen total spannenden Kader, der zum jetzigen Zeitpunkt aber auch noch eine Wundertüte für uns alle darstellt".