Am besten barfuß

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 26. Mai 2018

Neues für Kinder

Kein anderes Körperteil muss so viel aushalten wie unsere Füße.

Sie tragen uns zur Eisdiele und in die Schule, sie bringen uns auf Berge und treten für uns in die Pedale, sie hüpfen über Wiesen und tapsen vorsichtig über einen steinigen Weg: Unsere Füße sind von früh bis spät im Einsatz.
Und immer verlassen wir uns darauf, dass unsere Füße uns sicher durch den Tag bringen. Doch wir gucken sie fast nie genauer an. Nur, wenn sie beim Barfußlaufen im Garten dreckig geworden sind, schrubben wir sie abends mal gründlich ab.

Das ist ziemlich unfair. Denn unsere Füße sind ein Wunderwerk der Natur, das wir viel mehr bestaunen sollten. Überlegt mal: Auf diesen zwei kleinen Dingern steht der ganze Mensch.
Mit all seinen Knochen und Muskeln und vielleicht noch einem dicken Bierbauch. Das ist Schwerstarbeit für die Füße. Denn sie sollen ja nicht nur rumstehen, sondern rennen, tanzen, balancieren und Fußball spielen. Wie machen sie das nur?

Jeder einzelne Fuß besteht aus 26 Knochen, rund 30 Gelenken, zahlreichen Muskeln, Sehnen und Bändern. Aus alldem bildet sich ein Gewölbe an der Unterseite des Fußes. Das ist eine ausgeklügelte Konstruktion und hilft dabei, viel Gewicht zu tragen und harte Stöße – zum Beispiel beim Rennen – abzufedern. Ein gesunder Fuß liegt niemals mit der ganzen Sohle auf dem Boden auf. An der Innenseite des Fußes ist ein Hohlraum.

Ist euch mal aufgefallen, dass Füße ziemlich oft müffeln? Das liegt daran, dass sie in Socken und Schuhen ordentlich schwitzen. Ein Fuß hat pro Quadratzentimeter mehr als 350 Schweißdrüsen. Auf dem Rücken haben wir auf der gleichen Fläche gerade mal 50 bis 80. Das beste Mittel gegen Käsefüße? Barfuß laufen. Das trainiert den Fuß gleichzeitig.

Fast alle Menschen haben bei der Geburt völlig gesunde Füße. Wenn sie erwachsen sind, sieht das oft anders aus: Die Zehen sind verformt, Muskeln schlapp, es gibt einen Knickfuß, einen Senkfuß, einen Plattfuß. Aber was macht die Füße kaputt? Es sind die Schuhe. Sie sind vorne oft zu schmal und quetschen die Zehen zusammen statt ihnen ordentlich Platz zu lassen. Sie haben oft viel zu dicke Sohlen, die den Muskeln und Gelenken im Fuß die Arbeit abnehmen. Das ist keine gute Idee. Denn funktionieren diese nicht mehr richtig, wirkt sich das auch nach oben aus: Man bekommt Rücken- und Nackenschmerzen. Darum beim Schuhekaufen aufpassen: Zwischen dem Ende des großen Zehs und der Schuhspitze sollten mindestens 1,5 Zentimeter Platz und die Sohle sollte so dünn wie möglich sein.

Am allerbesten ist es aber, überhaupt keine Schuhe zu tragen, sondern so oft wie möglich barfuß zu laufen. Dabei seht ihr auch, welche Fußform ihr habt. Ist die zweite Zehe kürzer als der große Zeh, spricht man von einem ägyptischen Fuß. Solche Füße haben die meisten Menschen in Mitteleuropa. Ist sie länger als der große Zeh, handelt es sich um einen griechischen Fuß. Sind beide Zehen gleich lang, geht ihr auf römischen Füßen durchs Leben.