Amnesty: Gezielt Spitäler in Syrien angegriffen

dpa

Von dpa

Di, 12. Mai 2020

Ausland

Syrische und russische Truppen.

DAMASKUS (dpa). Syrische und verbündete russische Truppen haben laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gezielt Krankenhäuser und Schulen in Syrien angegriffen. Zwischen Mai 2019 und Februar 2020 hätten die beiden Streitkräfte im Nordwesten des Bürgerkriegslandes mindestens 18 solcher Angriffe verübt. In dem am Montag veröffentlichten Amnesty-Bericht ist von Angriffen auf fünf Kliniken die Rede, die anschließend hätten schließen müssen.

Der 40 Seiten lange Bericht stützt sich auf Interviews mit mehr als 70 Menschen, darunter Augenzeugen, Vertriebene, Ärzte, Lehrer, humanitäre Helfer und UN-Mitarbeiter. Die Forscher werteten für Amnesty außerdem Fotos und Videos sowie Satellitendaten, Funkverkehr und Angaben von Flugzeugbeobachtern aus. Die UN-Vertretungen Syriens und Russlands reagierten auf Anfragen der Organisation zu den Vorwürfen nicht. Unter den 18 Angriffen auf Schulen und Krankenhäuser waren Amnestys Recherchen zufolge unter anderem zwei mit international geächteten Fassbomben durch syrische Truppen. Dazu kamen Luftangriffe syrischer und russischer Jets. Amnesty spricht von "ernsthaften Verstößen gegen humanitäres Völkerrecht", Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie seien Teil einer "etablierten Methode" der Regierung von Präsident Baschar al-Assad im bereits mehr als neun Jahre währenden Bürgerkrieg.