900 Jahre Freiburg

An wen einen Brief schreiben, der erst in 100 Jahren gelesen wird?

Mi, 21. April 2021 um 11:12 Uhr

Anzeige "Alles Liebe, Dein/e." ist ein besonderes Stadtjubiläumsprojekt, das die Menschen in Freiburg mit ihrer Zukunft verbindet, indem sie einen Brief ins Jahr 2120 schicken. Doch welchen Adressaten soll man für diesen Brief wählen?

Der Gedanke, einen Brief an eine Person oder Personengruppe zu schreiben, die erst im nächsten Jahrhundert leben wird, ist reizvoll. Es gibt viel zu berichten aus diesen bewegten Zeiten. Man kann von sich selbst und der Familie erzählen, das Leben in unserer heutigen Zeit schildern und beschreiben, wie man sich die Zukunft in 100 Jahren vorstellt. Je nachdem an wen man schreibt, kommen auch persönliche Gedanken, Mitteilungen, Ratschläge oder sogar Geheimnisse dazu, die man späteren Generationen offenbaren möchte. Damit der Brief nach dieser langen Zeit seinen Adressaten findet, ist es wichtig den Empfänger möglichst genau festzulegen. Hier einige Anregungen:

An die Nachkommen
Einen Brief an die eigenen Urenkelkinder zu schreiben, ist für alle, die Kinder haben, ein schöner Gedanke. Wer keine eigene Familie hat, aber Nichten und Neffen, kann seine Worte an deren Nachkommen richten. Damit die Empfänger gefunden werden, ist es hilfreich, möglichst ausführlich die aktuellen Familienverhältnisse anzugeben.

An die Bewohner oder Besitzer einer bestimmten Adresse
Jeder, der mit viel Liebe und Mühe ein Eigenheim gebaut hat oder in einem seit längerem in Familienbesitz befindlichen Haus wohnt, hat darin viel erlebt. Wer auch immer in 100 Jahren darin wohnt oder das Anwesen besitzt, freut sich sicher, einen Blick in die Vergangenheit werfen zu können.

An Menschen mit gleichen Interessen
Bei jedem Menschen gibt es eine Leidenschaft, die ihn oft das ganze Leben begleitet. Wer bei seiner Arbeit viel erreicht hat, seit Jahren in einem Chor singt, bei einem Sportverein schwitzt oder andere Menschen in sozialen Projekten unterstützt, hat viel zu erzählen. Warum nicht seinem Berufsnachfolger, der zukünftigen Chorleitung oder dem Vorstand eines Vereins Grüße und Geschichten aus dem letzten Jahrhundert schicken?

An Macherinnen und Macher in der Bildungs- und Arbeitswelt
Es gibt viele Institutionen, die wahrscheinlich in 100 Jahren noch bestehen. Wie spannend wäre es für einen Innungsmeister, die Vorsitzenden einer Berufskammer, den Vorstand eines Interessensverbands, einen Schulrektor oder Dekan einer Universität einen Brief aus der Vergangenheit zu bekommen?

An Persönlichkeiten aus Musik, Sport und Kultur
Wie war es vor 100 Jahren als Besucher im Freiburger Theater? Was sangen die Fans für ihre Mannschaft? Wie sah die Live-Kultur in Freiburg aus? In Jahr 2120 werden der Intendant des Stadttheaters, der Trainer der Eishockeymannschaft oder Torwart des Lieblingsfußballclubs, die Leitung der FWTM oder die Veranstalter des größten Festivals in jedem Fall überrascht und begeistert sein, unerwartete Antworten auf diese Fragen zu bekommen.

An einen Vertreter und Vertreterinnen aus der Politik
Wir befinden uns aufgrund der Corona-Pandemie in einer Situation, die gesellschaftlich viele Fragen aufwirft. Das Jubiläumsprojekt ermöglicht es, mit eigenen Worten diese einschneidende Zeit politischen Entscheidern der Zukunft wie Parteivorsitzenden, Ministern und Ministerinnen darzustellen. Aber auch kleinere Geschichten aus dem Leben der Gemeinde sind für Bürgermeister und Gemeinderat in 100 Jahren interessant.

An Menschen, die im Natur- und Umweltschutz arbeiten
Der Klimaschutz ist eines der größten Themen unserer Zeit. Wie geht es der Erde in 100 Jahren? Was haben wir dagegen unternommen? Wie kann man aus unseren Fehlern lernen? Seine Hoffnungen, Sorgen und Erfahrungen kann man an lokale, nationale und internationale Organisationen – vorzugsweise in Englisch – schicken: Freiburger Ökostation, Naturschutzverbände wie dem BUND, das Umweltschutzamt, die Nachfolgeinstitution von "Fridays for Future" oder Greenpeace.

So übersteht der Brief den 100-jährigen Schlaf
Wer sich für einen Empfänger entschieden hat, sollte, bevor er mit dem Schreiben beginnt, folgendes beachten: Am besten überdauert ein mit Kugelschreiber oder Tinte handgeschriebener Brief auf säurefreien Papier die Jahre, das schließt Umweltschutzpapier aus. Alternativ funktioniert auch ein Laserdrucker-Ausdruck oder eine Fotokopie. Bilder am besten als hochwertige Fotodrucke beilegen. Datenträger, egal welcher Art sind in 100 Jahren nicht mehr lesbar. Bitte keine Büro- oder Heftklammern verwenden, da das Metall korrodieren kann.
Ihr Brief ist geschrieben, der Empfänger angegeben und jetzt soll er auf die Reise ins nächste Jahrhundert gehen? Sie können ihn in den für dieses Projekt aufgestellten Briefkasten am Rathaus Freiburg unter den Arkaden einwerfen oder ihren verschlossenen Brief in ein Kuvert stecken und diesen an die Projektgruppe Stadtjubiläum, Rathausplatz 2-4, 79098 Freiburg adressieren.
Einsendeschluss ist der 15. Juli.

Mehr zum Projekt "Alles Liebe, Dein/e." finden Sie hier auf der Website des Freiburger Stadtjubiläums.