Wahlkreis 288 (Waldshut)

Andrea Zürcher (Afd) möchte eine Politik mit weniger Ideologie

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 09. September 2021 um 20:00 Uhr

Bad Säckingen

Andrea Zürcher ist die Kandidatin der AfD im Wahlkreis Waldshut für die Bundestagswahl. Für die BZ hat sie die aus ihrer Sicht sieben größten Herausforderungen und mögliche Lösungen benannt.

Andrea Zürcher (38)

lebt mit Mann und zwei Kindern (sieben und 15 Jahre) seit drei Jahren in Stühlingen. Aufgewachsen ist Zürcher im Hegau im Landkreis Konstanz, in Engen legte sie den Realschulabschluss ab. Zürcher arbeitete 13 Jahre in der Finanzbuchhaltung mittelständischer Unternehmen und kümmerte sich um ihre Söhne. 2016 ist sie in die AfD eingetreten, seit 2017 ist sie die Landesbeauftragte für Medien ihrer Partei in Baden-Württemberg. Seit 2018 arbeitet Zürcher zudem als Referentin unter anderem für Alice Weidel, AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Sprecherin des baden-württembergischen AfD-Landesverbandes, und Bernd Gögel, AfD-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag.

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Sieben Dinge, die wir jetzt angehen müssen und meine Vorschläge dazu:

  • Pandemie: Das Management in der Pandemie ist unorganisiert. Von zwei Jahren konnte man das natürlich nicht organisieren, die Corona-Krise war plötzlich da. Da musste man relativ schnell reagieren. Viele Schritte sind aber völlig wirkungslos.
  • Pandemie: Man holt die Meinung von zu wenigen und den immer gleichen Experten ein. Da sollte einfach breitflächiger abgefragt werden. Meiner Meinung nach hätte es relativ schnell einen kompletten Lockdown geben sollen.
  • Migration: Wir stehen vor dem aktuellen Thema Afghanistan. Man wünscht zum jetzigen Zeitpunkt niemanden, dort leben zu müssen – aber es muss organisiert sein. Es kann nicht sein, dass Leute behaupten, sie seien Ortskräfte gewesen, die keine sind, die vielleicht sogar von den Taliban kamen und sich nach Europa einschleusen.
  • Migration: Humanitäre Hilfe ja, aber nicht unkontrolliert. Es ist immer schwierig zu sagen, wer kommen darf und wer nicht. Wenn es nach mir gehen würde: Alle Kinder, alle Frauen, bei den Männern muss man schauen. Man muss wissen, wer ins Land kommt. Es geht nicht, dass Leute ohne Pass und Papiere um Asyl fragen.
  • Bildung: Man investiert zu wenig in die Jugend und in die Bildung. Dazu gehört auch die Digitalisierung. Man hat jahrelang darüber debattiert und nichts ist passiert. Diese sogenannten Wahlversprechen wurde nie eingehalten.
  • Bildung: Man muss das Geld besser investieren, in die Sanierung von Schulen und die Digitalisierung. Für die Jugend ist das Geld nicht ausgegeben, es ist investiert. Die Jugend ist unsere Zukunft, hat aber meiner Meinung nach sehr leiden müssen.
  • Klimapolitik: Der Naturschutz der Grünen ist zur Klimadebatte geworden, was sie fordern, ist nicht durchdacht. Zum Beispiel können die geplanten Windkraftanlagen im Schwarzwald unseren Strombedarf nicht decken. Da müssten wir den ganzen Schwarzwald roden – und trotzdem Strom von französischen Kernkraftwerken ziehen.
  • Klimapolitik: Der Mensch muss verstehen, dass wir nur zu Besuch auf Erden sind und dass wir aufgrund unserer Lebensweise die Natur vernichten. Man muss der Natur freien Lauf lassen; dafür braucht es Regeln. Ich halte nichts von Begradigung von Flüssen und Bächen. Es geht auch nicht, dass man immer noch höher und noch breiter baut.
  • Wählen: Ich erlebe oft, dass Abgeordnete gewählt werden und dann plötzlich die Stimme der Bürger untergeht. Es wird von oben herab regiert.
  • Wählen: Die Bürger müssen besser eingebunden werden. Ich finde es toll, wie die Schweizer über Entscheidungen selbst abstimmen. Es sollte in Deutschland mehr direkte Demokratie geben.
  • Ideologie: Es wird zu viel Politik gemacht mit Ideologie. Man bleibt immer in der eigenen Blase und bewertet nur die eigenen Leute und deren Meinung. Einen solchen Tunnelblick darf es in der Politik nicht geben.
  • Ideologie: Ich berufe mich auf Fakten. Da muss man alle Menschen einbeziehen, die Ahnung haben – ob die Meinung positiv oder negativ ist, ob es Kritik ist oder einem zugejubelt wird. Wichtig ist auch, die anderen Ländern einzubeziehen.
  • Verkehr: Die mangelhafte Infrastruktur macht das Wohnen im ländlichen Raum unattraktiv. Zwar wollen Leute, die sich für den ländlichen Raum entscheiden, auch ländlich wohnen. Aber die Anbindung an Bus und Bahn muss ausgebaut werden. Ich komme aus dem Hegau, da ist es selbstverständlich, dass alle 20 Minuten ein Bus fährt.
Verkehr: Die A 98 muss ausgebaut werden, aber es müssen auch mehr Züge und Busse fahren, damit die Leute eine Alternative zum Auto haben. E-Mobilität macht im ländlichen Raum keinen Sinn, weil Geschäfte und Infrastruktur weit auseinanderliegen. Eine Autobahn, wo ich an jedem Punkt in die Städte gelange, möchte ich aber nicht.

Andrea Zürcher im BZ-Fragenwirbel


So kam ich zur Politik

Der ausschlaggebende Punkt war die unkontrollierte Migrationspolitik 2015, als plötzlich alles kam, nicht nur die tatsächlichen Flüchtlinge. Dieses "Ihr könnt alle kommen" – und sich dann nicht an Gesetze halten, kriminell werden und kein Interesse daran haben, arbeiten zu gehen. Das darf so nicht passieren, das hätte man vorher regeln müssen. Ich fühlte mich auch teilweise betrogen. Ich war eine typische CDU-Wählerin, aber das war diese Wende, die für mich gesagt hat: So darf es nicht weitergehen. Da ist mir die Hutschnur geplatzt und ich habe 2016 die Merkel-muss-weg-Demos in Baden-Württemberg organisiert.

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