Arbeitskreis Klimaschutz liegt auf Eis

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Mi, 04. Dezember 2019

Staufen

Mitglieder ziehen sich aus Staufener Gremium zurück.

STAUFEN (ran). Staufen hat sich das ehrgeizige Ziel auf die Fahnen geschrieben, bis 2050 klimaneutrale Kommune werden zu wollen. Ein wichtiger Akteur dabei ist der 2007 von der Stadtverwaltung initiierte Arbeitskreis (AK) Klimaschutz. Doch bei diesem gab es zuletzt offenbar gravierende Unstimmigkeiten. Wie Bürgermeister Michael Benitz in der jüngsten Gemeinderatssitzung angab, hätten sich die ehrenamtlich engagierten Mitglieder im Oktober aus dem AK zurückgezogen, sodass dieser bis auf Weiteres untätig ist. Über die Gründe wurde lediglich bekannt, dass Benitz und AK-Vertreter bei einer Klausurtagung die Arbeit in den vergangenen zwei Jahren kontrovers bewertet hätten. "Die Verwaltung ist nicht automatisch Befehlsempfänger der AK-Mitglieder", so Benitz. Dazu seien teilweise zu ehrgeizige Projekte angegangen worden, die durch ihr Scheitern zu Frust bei den Mitgliedern geführt hätten. Der Rathauschef und der Gemeinderat gehen davon aus, dass der AK seine Tätigkeit 2020 fortsetzt, ob mit neuen oder auch den bisherigen Mitgliedern. "Wir haben gemeinsam einiges erreicht, etwa die Mobilitätsstation am Bahnhof", so Benitz.

Der Bürgermeister appellierte an die Gemeinderatsfraktionen, die AK-Arbeit auch personell zu unterstützen. Die Mitarbeit der Stadtverwaltung wie auch der Gemeinderäte sieht er eher projektbezogen. Ein zweiwöchiger Sitzungsturnus sei zu viel. Die Gemeinderäte Thomas Mengel (SPD) und Helmut Zimmermann (Freie Wähler) betonten in der Sitzung, dass es unabdingbar sei, die Menschen mitzunehmen. "Klimaschutz muss Projekt der Gesamtstadt sein", so Benitz.

Bekannt geworden war die Unterbrechung der AK-Arbeit, als die Fraktion der Umweltliste/Grünen von der Stadtverwaltung wissen wollte, wie es um die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt bestellt ist. Dazu beschloss das Gremium, dass die Verwaltung bis März schriftlich über die wesentlichen durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen, den Verbrauch der städtischen Liegenschaften und die geplanten Projekte informiert. Sobald diese Informationen vorliegen, sollen sie im Rat und, so Benitz, auch gerne mit dem neu formierten Arbeitskreis Klimaschutz diskutiert werden.