Forschung

Asthma-Medikament hilft wohl bei Covid-19

dpa

Von dpa

Di, 13. April 2021 um 19:39 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Experten beurteilen die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Einnahme des Asthma-Medikaments Budesonid bei Covid-19 als vielversprechend. Weitere Studien sind geplant.

Experten beurteilen die Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Einnahme eines Asthma-Sprays bei Covid-19 als vielversprechend. "Der beschriebene Effekt ist beachtlich und bedeutsam", so der Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie der Berliner Charité, Norbert Suttorp. Die Studie unter Leitung der Universität Oxford wurde im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht.

Mildere Verläufe und weniger Krankenhausaufenthalte

Sie hatte ergeben, dass bei Patienten, die im frühen Stadium ihrer Covid-Erkrankung das antientzündlich wirkende Medikament Budesonid inhalierten, das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt deutlich sank. Außerdem seien sie schneller genesen, so die Autorinnen und Autoren.

"Das sind überaus interessante Ergebnisse und vom biologischen Ansatz plausibel", sagt der Leiter des Zentrums für klinische Studien des Universitätsklinikums Jena, Frank M. Brunkhorst. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nennt die Studie gar einen möglichen "Game Changer" (Paradigmenwechsel). "Die Ergebnisse machen klinisch Sinn, weil die antientzündliche Wirkung in der Lunge den Verfall der Lungenfunktion verhindern kann", schreibt der Mediziner auf Twitter. Es gebe zudem kaum Nebenwirkungen.

Auch der Infektiologe Clemens Wendtner sieht eine große Chance im Einsatz des Mittels: "Mit dieser simplen, nebenwirkungsarmen und auch noch kosteneffektiven Behandlung könnte nicht nur vielen ambulanten Patienten mit milder Covid-Erkrankung in der Frühphase medizinisch geholfen werden." Zudem könnte der Druck auf die Krankenhäuser reduziert werden, was angesichts der knappen Betten in der laufenden dritten Corona-Welle wichtig sei, so der Chefarzt der München Klinik Schwabing.

Die Experten sowie die Studienautoren selbst weisen darauf hin, dass die Ergebnisse der Untersuchung mit relativ wenigen Patienten in einer breiter angelegten Studie bestätigt werden müssen. Man brauche "dringend" eine Studie mit etwa 1000 Patienten, so Brunkhorst. Wenn sich die Beobachtungen bewahrheiteten, habe das eine enorme Wirkung.