Auch im grünen Forst kann’s lebensgefährlich werden

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Mo, 21. Oktober 2019

Bonndorf

BZ-SERIE WALDSÜNDEN: Waldbesucher sollten Warnhinweise befolgen / Holzfällarbeiten bergen hohes Gefahrenpotenzial.

BONNDORF. Verschiedene Waldsünden hat die BZ ihren Lesern im Verlauf der vergangenen Wochen vorgestellt. Heute schließen wir die Kurzserie mit einem letzten Beitrag ab. Allerdings handelt es sich hierbei weniger darum, inwieweit der Mensch dem Wald Schaden zufügt, sondern vielmehr darum, dass Waldbesucher manchmal sich selbst in Lebensgefahr begeben.

Waldbesucher schweben dann in Lebensgefahr, wenn Absperrungen auf Forstwegen ignoriert werden. Förstern, Forstwirten und Waldarbeitern ist es ein Grauen, wenn sie mit schwerem Gerät beim Bäumefällen sind und plötzlich Spaziergänger neben ihnen auftauchen. Vor allem während der Zeit, in der die Menschen Pilze sammeln, werden sehr oft Absperrungen umgangen und eindeutige Warnhinweise missachtet, erklärt Förster Falko Hirt. "Dabei geht es immerhin um Menschenleben. Als Forstwirt hat man leider keine Handhabe dagegen. Man kann allenfalls freundlich darauf hinweisen, dass die Absperrungen berücksichtigt werden sollen." Personalien könnten aufgenommen und weitergeleitet werden, allerdings dürfte das kaum Folgen haben, mutmaßt der Forstexperte. Eigentlich bringen sich derlei Ignoranten selbst verschuldet in große Gefahr. "Man ist trotzdem in der Verantwortung, wenn man einen Baum fällt", sagt der Förster. Sollte nämlich jemand auf diese Weise zu Schaden kommen, könnte ein nachfolgender Richterspruch dennoch zulasten der Forstleute ausgehen. Man spricht in solchen Fällen von Richterrecht. Übersehen werden können die großen Banner ja nicht, zumal sie durch rot-weiße Absperrbänder und zusätzliche Hinweisschilder ergänzt werden.

Holzfällarbeiten bergen an sich bereits ein hohes Unfallpotential für diejenigen, die beruflich damit befasst sind. Umso unverständlicher erscheint es dann, wenn Passanten sich unnötig dieser Gefahr aussetzen.