Auch ohne Hausbesuche wird für Sternsinger gespendet

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Fr, 29. Januar 2021

March

Die Aktion verzeichnet in der Seelsorgeeinheit March-Gottenheim trotz der Pandemiebeschränkungen einen guten Rücklauf.

. Die Sternsinger konnten in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt von Haus zu Haus ziehen. Dafür läuft die Aktion, mit der Spenden zur Hilfe für Kinder gesammelt werden, nun per Post und online, und das noch bis in den Februar.

Noch Anfang Dezember war man auch in der katholischen Seelsorgeeinheit March-Gottenheim davon ausgegangen, dass, unter Wahrung von Abstands- und Hygieneregeln, am Dreikönigstag die Sternsinger ausgesendet werden könnten. Die Kindergruppen aus dem Sternträger und drei orientalisch gekleideten Königen wären dann von Haus zu Haus gezogen, um den Segen auszuteilen und Spenden einzusammeln.

Sollte die Pandemie dies nun alles vereiteln? Die bundesweite Sternsingeraktion fand eine pragmatische Lösung. Alle Haushalte, die sich zuvor einen Besuch der Sternsinger gewünscht hatten – nur in wenigen mehrheitlich katholischen Orten ziehen sie zu jedem Haus – erhielten Sternsingerpost zugesendet, darin ein Umschlag für die Spende und ein Aufkleber mit dem Segenskürzel, das sonst von den Sternsingern mit Kreide an der Haustür angebracht wird. Die Sternsingerpost liegt auch noch dieses Wochenende in den Kirchen zum Abholen aus. Auch traten in den Gottesdiensten zum Dreikönigstag in Bötzingen, Holzhausen, Neuershausen, Umkirch, Gottenheim und Hugstetten Ministranten als Sternsinger auf. Hätte man auf die Aktion ganz verzichtet, wäre dies ein herber Schlag für das Hilfswerk gewesen, das allein bei der Sternsingeraktion im Januar 2019 mehr als 77 Millionen Euro an Spenden gesammelt hatte. Neben seinen weltweiten Projekten hätte dies besonders den diesjährigen Schwerpunkt getroffen: Kinder in der Ukraine, deren Eltern im westlichen Ausland leben und arbeiten, oft über viele Monate getrennt von ihren Kindern.

Wird aber der Rücklauf von Spendenumschlägen den Ausfall der Hausbesuche wettmachen können? Pfarrer Karlheinz Kläger ist zuversichtlich: "Jeder, der im Vorfeld schon angemeldet hatte, bekam von den Sternsingern Post, aber auch nachdem die Hausbesuche abgesagt wurden, erreichten uns viele Nachfragen nach dem Brief", erklärt der Leiter der Kirchengemeinde March-Gottenheim. Auch von den Briefen, die in den Kirchen auslagen, seien viele mitgenommen worden. Und der Rücklauf der Spendenumschläge – in den Gottesdiensten oder über die Briefkästen der Pfarrbüros – sei enorm. "Ich denke, dies ist auch eine Anerkennung für die Sternsinger, welche Jahr für Jahr – bei jedem Wetter – unterwegs waren und sich damit diesen Rückhalt in der Bevölkerung aufgebaut haben", freut sich Pfarrer Kläger. Zu Wochenbeginn waren bereits mehr als 15 000 Euro eingegangen. Da die Aktion offiziell bis Mariä Lichtmeß, dem Ende der kirchlichen Weihnachtszeit am 2. Februar, läuft, hofft man, den Werten der Vorjahre nahezukommen, als die Sternsinger von Haus zu Haus ziehen konnten. 2019 waren über 16 800 Euro zusammen gekommen , 2020 mehr als 19 500 Euro.

Sogar bis zum 28. Februar will die Sternsingeraktion online Spenden sammeln. Einige Kirchengemeinden nutzen dabei die bundesweite Homepage, um auf ihr eigenen Ableger der Aktion aufmerksam zu machen. Für die Seelsorgeeinheit March-Gotenheim läuft sie unter dem Motto "Gott bei euch" und hatte zur Wochenmitte einen Stand von 610 Euro erreicht. In der Seelsorgeeinheit Breisach-Merdingen sind es sogar schon mehr als 3600 Euro. Dass die Sternsingeraktion lebt, zeigten dieser Tage Drittklässler, die derzeit die Notbetreuung an der Umkircher Grundschule besuchen: Sie traten dort als Sternsinger auf und brachten den Segensgruß an den Türen der Schule an.

Spenden sind online möglich unter http://www.sternsinger.de/Spenden