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Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Oldtimer unterwegs

dpa

Von dpa

Mo, 20. Mai 2019 um 20:35 Uhr

Auto & Mobilität

Ob VW-Käfer oder alter Trecker: Die Zahl der Oldtimer auf deutschen Straßen nimmt zu. Dass man noch selbst schrauben kann, macht für viele den Reiz aus.

Die Zahl der Oldtimer in Deutschland ist erneut gestiegen. Zum 1. Januar 2019 zählte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 536 515 Fahrzeuge, die 30 Jahre oder älter waren, 86 000 davon in Baden-Württemberg. Das sind 58 765 beziehungsweise 10 000 mehr als ein Jahr zuvor. Was macht Oldtimer so faszinierend?

Die meisten Oldtimer auf deutschen Straßen haben zwischen 30 und 39 Jahre auf dem Buckel: Deren Bestand gibt das KBA mit rund 210 000 Fahrzeugen an. Immerhin 104 000 Fahrzeuge (19,3 Prozent) sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, 43 000 zählen bereits 60 Jahre oder mehr. Sie alle dürfen ein "H" am Ende des Kfz-Kennzeichens führen, gelten also als "historisches Kulturgut" und sind mindestens 30 Jahre alt. Für den Halter kann dies Vorteile bei Versicherung und Kfz-Steuer haben.

Damit ein Fahrzeug die 30-Jahre-Marke erreicht und – wie es die Anforderungen des H-Kennzeichens verlangen – einen guten und originalen Erhaltungszustand aufweist, bedarf es frühzeitig guter Pflege und Wartung. "Dass jemand im Alltag sein Fahrzeug nutzt und im Alter von 30 Jahren dann als Oldtimer zulässt, ist nicht auszuschließen, aber sicherlich ein Einzelfall", sagt ein ADAC-Sprecher.

Was macht das Fahren eines Oldtimers attraktiv? "Viele Menschen erfüllen sich einen Kindheitstraum und kaufen sich das Traumauto ihrer Jugend oder das Fahrzeug, das der Vater oder Großvater gefahren hat", so der ADAC. Für andere stehe das Erleben der historischen Technik und das Fahrerlebnis im Vordergrund. Wieder andere schätzten es einfach, selbst an einem Auto zu schrauben – was in dieser Form an modernen Fahrzeugen kaum mehr möglich ist. Ein weiterer Grund, warum die Zahl der Oldtimer in Deutschland zunimmt, ist nach Angaben des ADAC, dass der Gesamtbestand an Fahrzeugen seit Jahren wächst.

Als Wertanlage sind Oldtimer aber nur bedingt geeignet. Der Preisanstieg bei den gängigsten Modellen betrug 2018 nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) nur 2,2 Prozent. 2017 sei der Zuwachs mit 1,4 Prozent sogar noch geringer gewesen. Einzelne Modelle trotzen jedoch der langsamen Preisentwicklung. So erlebte der BMW 3.0 CSi im vergangenen Jahr "eine sprunghafte Preisentwicklung". Ein Grund dürfte laut VDA die Seltenheit des Typs sein: "Heute gibt es nur noch 441 zugelassene Fahrzeuge des BMW-Sportcoupés."

Der am häufigsten zugelassene Oldtimer in Deutschland ist der VW-Käfer. Der in der Vergangenheit günstige Wagen erlebte im vergangenen Jahr die zweitstärkste Preissteigerung. Aufgrund des Alters brauche er mehr Reparaturen, die sich im Preis niederschlügen, so der Verband. Auch der ADAC betonte, Wertsteigerungen bei Oldtimern gebe es nur bei wenigen Modellen und vor allem im sehr hochpreisigen Segment.