Auf Nowitzkis Spuren

dpa

Von dpa

Mo, 20. April 2020

Basketball

Basketballerin Satou Sabally spielt künftig in Dallas / Vier Deutsche für die WNBA ausgewählt.

NEW YORK (dpa/BZ). Frauenbasketball in Deutschland hat endlich ein Gesicht: Satou Sabally. Die 21-Jährige, die von 2015 bis 2017 für den Basketball-Erstligisten USC Freiburg spielte, wurde beim Draft der WNBA an zweiter Stelle ausgewählt und spielt künftig in der Dirk-Nowitzki-Stadt Dallas Profi-Basketball.

Eine Nachricht von ihrem Vorbild Dirk Nowitzki bekam die deutsche Basketballerin Satou Sabally schon lange vor ihrem ersten Profi-Spiel in Dallas. "Willkommen @Bally Satou. Dallas ist ein toller Ort!!!! Auf gehts!!", twitterte der Star am Freitag (Ortszeit) auf englisch. Wie für den 41 Jahre alten ehemaligen NBA-Profi ist die Stadt in Texas künftig auch für die bald 22 Jahre alte Nationalspielerin die neue Heimat.

So früh wie keine Deutsche vor ihr wurde die in New York geborene und in Berlin aufgewachsene Sabally beim Draft von einem WNBA-Team gezogen und spielt in der stärksten Basketball-Liga der Welt nun für die Dallas Wings. Die Texaner entschieden sich mit dem zweiten Pick für die Athletin, die in den vergangenen drei Jahren in Oregon am College spielte. "Ich hoffe, dass ich Dallas auf die Karte bringen kann, so wie er", sagte die 1,89 Meter große Sabally in einer ersten Reaktion dem TV-Sender ESPN, als sie nach Nowitzki gefragt wurde. "Er hatte so einen großen Einfluss auf den deutschen Basketball und ich hoffe, das werde ich auch haben." Wenig später scherzte sie in einer Telefonkonferenz, dass sie nun Nowitzkis Spezialwurf lernen müsse. "Ich bin so glücklich und kann es kaum erwarten, nach Dallas zu kommen." Gesellschaft hat sie dort künftig auch von Luisa Geiselsöder (20) aus Nördlingen, die an 21. Stelle ausgewählt wurde. An 22. Position sicherten sich die Los Angeles Sparks überraschend früh die Dienste von Leonie Fiebich (20), die zuletzt für den TSV Wasserburg aktiv war und sich gerade erst von ihrem zweiten Kreuzbandriss erholt hat.

Eine Chance für den deutschen Frauenbasketball

Nach Marlies Askamp, Martina Weber, Linda Fröhlich und der momentan bei den Sparks unter Vertrag stehenden Marie Gülich sind die drei die deutschen Spielerinnen fünf, sechs und sieben, die in der WNBA eine Chance bekommen. "Dieser Draft zeigt eindrucksvoll, dass in Deutschland im weiblichen Nachwuchsbasketball in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet wurde", sagte Armin Andres, DBB-Vizepräsident für Leistungssport. "Wir hoffen, dass sich alle drei schnell und gut in der WNBA zurechtfinden, sobald die Saison starten darf." Größter Erfolg ist der Gewinn von Bronze bei der Europameisterschaft 1997 mit Askamp, die bei den Titelkämpfen als MVP ausgezeichnet wurde. Momentan ist die Frauen-Nationalmannschaft allenfalls zweitklassig. Nach dem Rücktritt von Patrick Unger als Frauen-Bundestrainer im Februar ist der Verband immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin.

Der WNBA-Draft hätte eigentlich in New York stattfinden sollen. Wegen der Corona-Pandemie war es eine virtuelle Veranstaltung. "Ich habe mir lange Gedanken gemacht, ob es der richtige Schritt ist, unter diesen Umständen die Profi-Laufbahn einzuschlagen", sagte Sabally vor dem Draft zu der ungewissen Zeit in der Corona-Krise. "Das ist einerseits riskant, denn wir alle wissen nicht, ob die nächste WNBA-Saison überhaupt stattfinden wird." Im BZ-Interview im März hatte sie angekündigt, sich bereit für den nächsten Schritt zu fühlen. "Die drei Jahre (im US-College; Anm. d. Red.) haben mich zu einer Frau gemacht und ich denke, dass es Zeit wird, den nächsten Sprung zu wagen und dass ich mich auf einem anderen Level weiter entwickeln kann." Die Zeit im Freiburg sei die härteste ihres Lebens gewesen. "Aber es war einfach so motivierend zu sehen, wie sehr die Freiburger Basketball lieben. Für mich wird Freiburg immer ein besonderer Abschnitt meines Lebens sein."