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Wie die Welt von magischen Momenten des deutschen Fußballs schwärmte

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Do, 22. April 2021 um 15:40 Uhr

Fussball

Eine Niederlage gegen Nordmazedonien, eine EM im Pandemie-Modus und Joachim Löw, der bald geht: Im deutschen Fußball lief’s schon besser. Warum nicht kurz in Erinnerungen an die WM 2010 schwelgen?

Wer gelegentlich ein paar Kindern zuschaut, die sich alle auf oder neben einem Bolzplatz rumdrücken, der kann früher oder später beobachten, was die Faszination dieses Spiels ausmacht. Denn sobald sich mal einer einen Ruck gibt und murmelt "Wollen wir spielen?" entstehen binnen kürzester Zeit zwei Teams, steigt die Spannung, beginnt das Spiel.

Fußball hat viele unschöne Seiten, aber wenn die auf der ganzen Welt beliebte Sportart eines kann, dann ist es: Menschen miteinander verbinden. Sei es auf einem Bolzplatz am Eck, sei es in den größten Fußballstadien der Welt. Als Spielerinnen und Spieler oder auf den Rängen oder am Bildschirm.

Der WM-Titel lag 2010 für die damals junge Nationalmannschaft in der Luft

Im Sommer 2010 fand die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt. Das ist bekanntermaßen ein Land voller schöner und schrecklicher Gegensätze und einer verstörenden Geschichte. Mehr als sechs Wochen bin ich als BZ-Sportredakteurin in dem Land von Spielstätte zu Spielstätte gereist, habe morgens beim Aufstehen Antilopen vor meinem Fenster gesehen, ausgesprochen nette und humorvolle Menschen kennengelernt, extrem wenig geschlafen, viel geschrieben – und insgesamt eine unvergessliche Zeit erlebt.

Der WM-Titel lag für die damals junge Nationalmannschaft in der Luft. Gleichzeitig flogen dem Team, das gänzlich uneitel auftrat und jederzeit den Mannschaftsgeist in den Vordergrund stellte – weltweit die Herzen zu.

Vor dem entscheidenden Halbfinalspiel gegen die starken Spanier habe ich – nach all den Wochen voller Hektik und Medienrummel – innegehalten und diese Momentaufnahme mit Blick auf die Nationalmannschaft geschrieben.

Das Team von Joachim Löw hat in Südafrika letztlich nicht den Titel gewonnen, das sollte ihm erst vier Jahre später in Brasilien gelingen. Und dennoch waren diese Wochen in Südafrika auf eine Art magisch, die noch eine Weile nachwirkte.

Zur Geschichte:

Deutsche Fußball-Nationalelf: "Ich" gibt es nicht
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