Aus einer Not geboren – aber heute nicht mehr wegzudenken

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Mo, 21. Oktober 2019

Kandern

Der Kanderner Frauenchor Candela hat am Samstag sein 30-jähriges Bestehen mit einem Konzert gefeiert, das die Zuhörer zu stehendem Beifall hingerissen hat.

KANDERN (ouk). Der Frauenchor Candela feierte am Samstag seinen 30. Geburtstag mit einem beeindruckenden Konzert in der evangelischen Stadtkirche. Das ausgewählte Repertoire von Klassik über Volkslied bis Modern und die schönen Stimmen der Sängerinnen machten das Konzert zu einem Hörgenuss. Auch das Saxophonquartett "Subito" und der Männerchor des Männergesangvereins Kandern wirkten mit, unter dessen Dach der Frauenchor entstand.

Lebhaft eröffnete "Subito" das Konzert, Frauen- und Männerstimmen erfüllten die Kirche mit vollem strahlendem Klang. Sie hießen ihr Publikum mit dem Lied "Grüß euch Gott" aus der Operette "Der Vogelhändler" von Karl Zeller willkommen. Moderatorin Monika Haller erinnerte an die Anfänge des Frauenchors. Im Jahr 1988 wollte der damalige Dirigent des Männergesangvereins Helmut Schwitalla ein achtstimmiges Werk aufführen, wozu er auch Frauenstimmen brauchte, berichtete sie. Als er merkte, wie teuer das würde, änderte er sein Programm. Aber die Frauen blieben und sangen bei dem Konzert kleine Stücke von Mendelssohn. 1989 genehmigte die Mitgliederversammlung schließlich die Gründung eines Frauenchors.

Der Opernsänger und Hochschulprofessor Thomas Wiedenhöfer leitet den Frauenchor seit 2012 und hat seine Sängerinnen seither mit intensiver Stimmbildung und ständiger Arbeit am Repertoire gefördert. 2013 gab sich der Chor den Namen "Candela", der für das Städtchen Kandern steht sowie für Licht und Freude, die man mit dem Gesang vermitteln will. Bisher traten die Frauen zusammen mit dem Männer- und dem Jazzchor ihres Vereins auf oder hatten kleinere Auftritte, etwa beim Chorfestival in Ettenbühl. Zu seinem 30. Geburtstag gestaltete der Chor "Candela" unter Thomas Wiedenhöfers Leitung nun sein erstes abendfüllendes Konzert. Das Publikum in der gut gefüllten Kirche dankte mit stehendem Applaus.

Als die gut 20 Sängerinnen das neckische Mozartlied vom "Naschen" anstimmten, war es ein Vergnügen zuzuhören. Ruhig und mit klaren Harmonien trugen sie danach das Lied "In stiller Nacht" von Brahms vor. Bei einer Gavotte von Händel verwoben sich die Stimmen präzise und akzentuiert zu einem schönen Klang. Beim ganzen Konzert erfreute der Chor mit den kräftigen tragenden Altstimmen und dem strahlenden Sopran. Mit dem "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Humperdinck klang der Klassikteil aus.

Auch die Volkslieder sang der Chor mit feiner Dynamik und Ausstrahlung. Fröhlich umspielten sich die Stimmen beim schwedischen Lied "Zum Tanze da geht ein Mädel". Voll Melancholie war das badische Volkslied "Da unten im Tale" nach Brahms. Darin geht es um eine unerfüllte Liebe. Neben zwei weiteren Volksliedern sang der Chor auch das slowenische Lied vom Rosmarin, dem Liebessträußchen in einem anspruchsvollen Chorsatz von Thomas Wiedenhöfer.

Nach drei schönen, farbig und anregend gespielten Instrumentalstücken von "Subito" sang der Chor "Candela" Ohrwürmer wie "Wir wollen niemals auseinandergehen" von Heidi Brühl und "What a wonderful world" von Louis Armstrong. Die spannungsvollen, fast jazzigen Arrangements von Thomas Wiedenhöfer präsentierten die Frauen mit der nötigen Präzision. Dabei strahlten sie so viel Freude und Leichtigkeit aus, dass sich dies auf die Zuhörer übertrug.

Nachdem "Candela" und "Subito" sich mit "Schau was Liebe ändern kann" verabschiedet hatten, gab es stehenden Applaus und die geforderte Zugabe. Danach klang der Abend bei einem Umtrunk in der benachbarten Schulaula aus.