Großbritannien

David Cameron und Boris Johnson: Ziemlich beste Feinde

Peter Nonnenmacher

Von Peter Nonnenmacher

Di, 07. Juni 2016

Ausland

Im britischen "Kampf um Europa" stehen sich zwei Politiker derselben Partei gegenüber, die dieselbe Schule und Uni besuchten / Seit jeher sind sie erbitterte Rivalen.

Kurioser geht es kaum als im "Kampf um Europa", im Wahlkampf für oder gegen eine weitere Zugehörigkeit Großbritanniens zur Europäischen Union. Für den Brexit, also für den Austritt, streitet an vorderster Front einer, der Brüssel "eigentlich liebt" und kürzlich Parteikollegen versicherte, dass er persönlich nie für einen Austritt war. Leidenschaftlich um den Verbleib in der Union dagegen müht sich ein Politiker, von dem sein ehemals engster Mitarbeiter sagt, er sei "in Wirklichkeit ein Fan von Brexit". Willkommen im britischen Referendums-Sommer.

Hier ist nichts, wie es scheint. Hier laufen die sonderbarsten Dinge. Alle normalen Regeln der Politik sind bei dieser Kampagne außer Kraft gesetzt. Da ist zum Beispiel Premierminister David Cameron, der das Pro-EU-Lager anführt. Der Regierungschef der konservativen Tories, so erklärt dessen langjähriger Ratgeber und persönlicher Freund Steve Hilton, habe als seine ureigene Mission im Grunde immer das Ausscheren aus der EU gesehen. Brexit, meint Hilton, entspreche "voll und ganz" Camerons Instinkten. Sähe er sich nicht als Premierminister in der Verantwortung, würde der Tory-Vorsitzende ohne Weiteres selbst an der Spitze der Austrittsbewegung stehen. Entsprechende Strategien für die Abkoppelung Großbritanniens von der EU hätten er, Hilton, und Cameron in der Vergangenheit ausführlich durchgespielt.

In der Tat hat sich David Cameron früher selbst immer wieder als Euroskeptiker bezeichnet. An der EU missfiel ihm, dass sie seiner Ansicht nach "schädlich" war "für eine flexible Marktwirtschaft". Selbstverständlich könne Großbritannien sehr gut auch außerhalb der EU existieren, verkündete er im Vorjahr. Vor den Verhandlungen ...

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