Der Frieden rückt in weite Ferne

Willi Germund

Von Willi Germund

Mi, 24. Juni 2009

Ausland

Die Lage für die Soldaten der Bundeswehr wie für die zivilen Aufbauhelfer in Afghanistan wird zunehmend gefährlicher

Der Weg von Kundus hinaus in den Distrikt Chadar Darreh führt über eine holprige, staubige und kurvenreiche Straße. Er führt über eine einspurige alte Brücke, die von ein paar gelangweilten Polizisten in grauen Uniformen bewacht wird. Und nach einigen weiteren Kilometern steht dann, umgeben von Reisfeldern, eine einsame Tankstelle. Und hier wartet wie vereinbart Haji Sheren Agha. "Folgen Sie mir", sagt der 54-jährige Vorsitzende des Verständigungskomitees des Fleckens Nahre Sufi-dawre Robat. Die anschließende Weiterfahrt führt in ein Gewirr von verwinkelten Feldwegen und vorbei an Bauern, die Weizen ernten oder knietief im Wasser stehend Reis anpflanzen.

Haji Sheren Agha stoppt vor einer weißen Mauer und hämmert mit der Faust gegen das Eisentor. "Willkommen im Gästehaus", sagt er. Das mulmige Gefühl, das bei der Kurverei zwischen verrammelten Gehöften und kleinen Wäldchen aufgekommen war, weicht der Erleichterung. So lange jedenfalls, bis Haji Sheren Agha sagt: "Kein Problem! Taliban weiß Bescheid." Plötzlich suchen die Augen jeden Bauern und jeden alten Mann auf einem wackeligen Fahrrad nach Konturen einer versteckten Kalaschnikow ab. Das Gästehaus gehört zum Dorf Nahre Sufi-dawra Robat im Distrikt Chahar Darreh. In diesem wie in der ganzen Umgebung der nordafghanischen Stadt Kundus praktiziert die deutsche Bundeswehr ihren vernetzten Ansatz von Sicherheit durch militärische Präsenz und Wiederaufbau durch die entsprechenden Teams.
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