Besuch in Kalabrien

Der heilige Lukas als Schutzpatron der Mafia

Stefan Küpper

Von Stefan Küpper

Mi, 29. Juni 2011

Ausland

Mit dem Massaker von Duisburg wurde 2007 auch San Luca bekannt. Das Dorf in Süditalien gilt als Hochburg der ’Ndrangheta. Eine Reise in die Berge Kalabriens.

Der Ring am Finger seiner linken Hand ist silbern. Und man wünscht ihm alles Gute, wirklich. Gestern erst hat sich der Lokalreporter Ferdinando Piccolo verlobt. Der junge Mann ist verliebt. Das sollen alle wissen. Wozu sonst dient ein Verlobungsring? Auch DIE können es ruhig wissen. Das sagt Piccolo nicht, aber so schaut er. Trotzig. Und seine Fassade wird heute nicht bröckeln. Wenn es denn eine Fassade ist. Piccolo sieht sehr jung aus, jünger als seine 24 Jahre. Zu jung für eine Hochzeit vielleicht. Zu jung für das, was er tut. Vielleicht. Aber was heißt schon zu jung? Piccolo weiß, was er will. Er ist ehrgeizig. Er blickt vom Café auf das Ionische Meer. Nichts erinnert hier an Duisburg.
Das Meer bei Bovalino ist so blau, wie es sein soll, wenn das Licht in Kalabrien so fällt wie heute. Piccolo, das steht fest, wird erstmal bleiben. Warum sollte der Journalist weg wollen? Weil Piccolo Probleme hat. Eine halbe Stunde von hier liegt San Luca. Das San Luca, das "Bethlehem der ’Ndrangheta", das kalabresische Corleone, wie auch immer dieser Ort schon bezeichnet wurde. Piccolo schreibt für die Regionalzeitung Il quotidiano della Calabria. Auch über San Luca, auch über die Clans Nirta-Strangio und Pelle-Vottari. Er wird bedroht, aber er bleibt.
San Luca am Aspromonte, dem rauen Berg. Nicht viele Menschen würden damit überhaupt etwas verbinden, wäre da nicht der 15. August 2007 gewesen. Mit dem "Massaker von Duisburg" ...

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