erusalem-Konflikt

Rechnung an Netanjahu

Inge Günther und AFP

Von Inge Günther & AFP

Mo, 11. Dezember 2017

Ausland

Israels Premier besucht EU / Neben dem Jerusalem-Konflikt wird die Zerstörung von EU-geförderten Palästinenser-Projekten Thema sein.

JERUSALEM. Beim Frühstück mit den EU-Außenministern an diesem Montagmorgen in Brüssel nimmt erstmals auch Benjamin Netanjahu teil. Auf den Gast aus Israel, der zugleich Premier und Außenminister ist, warten kritische Fragen – nicht nur im Hinblick auf die kontroverse Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem zur israelischen Hauptstadt zu erklären. Es geht ums Geld.

So wollen 56 Europaabgeordnete Netanjahu eine Rechnung auf den Tisch legen. Sie beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro Entschädigung für humanitäre Projekte in Palästina, die mit EU-Geldern finanziert, aber von der israelischen Armee zerstört wurden. Das Schreiben wurde bereits am Freitag in riesiger Zeitungsanzeige in Haaretz veröffentlicht. "Mister Netanjahu", stand darüber. "Willkommen in Brüssel. Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Rechnung zu bezahlen."

Annähernd 400 bauliche Strukturen, darunter Wohnunterkünfte, Schulen, Kindergärten, Spielplätze sowie Wasser- und Stromleitungen, seien seit Netanjahus Regierungsübernahme im Jahre 2009 vorsätzlich abgerissen oder konfisziert worden, heißt es ...

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