Tansania

Wegen Elfenbeinhandels sind die Elefantenbestände gefährdet

Johannes Dieterich

Von Johannes Dieterich

Sa, 24. September 2016

Ausland

Wegen der großen Nachfrage nach Elfenbein sind die Elefantenbestände in Tansanias Selous-Reservat stark gefährdet – Tierschützer schlagen Alarm.

Sie sind nirgendwo zu sehen. Obwohl Ben, der Pilot, seine Cessna dermaßen tief über den Rufidschi Fluss steuert, dass ihre Flügel in einer der unzähligen Kurven das Wasser zu berühren drohen. Von der Maschine aufgeschreckt drängeln sich Hunderte von Nilpferden in Richtung Ufer, fast ebenso viele Krokodile suchen Zuflucht in die andere Richtung und lassen sich verstört ins Wasser gleiten. Aber Elefanten? Keine. Weder lebendige mit wedelnden Ohren und schwingendem Rüssel; noch tote, die als voluminöse graue Masse mit einer klaffenden Wunde im Gesicht auf dem Boden liegen würden. Lediglich in Matambwe, dem Hauptquartier der Reservats-Verwaltung, lassen sich kurz nach Bens rauer Landung vier Dickhäuter blicken: Als ob sie wüssten, dass sie nur hier wirklich sicher sind.

Einst tummelten sich im bereits von der deutschen Kolonialmacht eingerichteten Selous-Tierreservat im Süden Tansanias so viele Elefanten wie nirgendwo anders auf der Welt. Mehr als 110 000 Rüsseltiere streiften hier vor 40 Jahren durch die Trockenwälder – heute sollen es gerade noch 15 000 sein. Das riesige Naturschutzgebiet von der Größe der Schweiz gilt unter Experten als Afrikas "Killing Fields": Wenn es so weiter gehe, hat der World Wide Fund for Nature (WWF) ausgerechnet, werde das 1982 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Schutzgebiet in zwölf Jahren "elefantenfrei" sein.

Das Massaker hinterlässt keine Spuren. Wegen der schieren Ausdehnung des mehr als 50 000 Quadratkilometer großen Wildgebiets haben sich Hyänen, Geier und Insekten bereits der Überreste der geschlachteten Dickhüter angenommen, lange ...

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