Krautrock

Ausnahmemusiker und Klangpionier - Klaus Schulze ist tot

dpa

Von dpa

Mi, 27. April 2022 um 18:16 Uhr

Rock & Pop

Er begann bei Tangerine Dream und wurde von Musikern wie Ambient-Star Brian Eno oder David Bowie verehrt. Nun ist der enorm produktive Krautrockveteran und Elektropionier mit 74 Jahren gestorben.

Der deutsche Komponist und Klangpionier Klaus Schulze ist tot. Der 74-Jährige, einer der wichtigsten Vorreiter der elektronischen Musik, starb am Dienstagabend – nach langer Krankheit, aber dennoch plötzlich und unerwartet, wie sein Sohn Maximilian Schulze und Frank Uhle, Manager der Plattenfirma SPV Schallplatten, am Mittwoch mitteilten.

Der Musiker war Mitbegründer der sogenannten Berliner Schule und einflussreicher Vertreter des auch international anerkannten "Krautrocks" aus Deutschland. Viele der großen internationalen DJs nannten ihn respektvoll den "Godfather of Techno". Schulze sei ein "Überzeugungstäter" und "Ausnahmekönner", sagte Uhle. Seine Firma arbeite seit "vielen Jahren" mit Schulze zusammen, gerade sei ein neues Album in Vorbereitung: "Um so heftiger trifft uns diese Nachricht."

Schulze hat viele Stilrichtungen geprägt, die aus der elektronischen Musik hervorgegangen sind – von Ambient bis Techno und zählte Musiker wie Brian Eno oder David Bowie zu seinen Fans. Mehr als 50 Jahre lang habe Uhl zufolge der von den Fans "Maestro" genannte Schulze seine "gewaltigen Klangteppiche" ausgebreitet, seine berühmten Sequenzen gespielt und eine "einmalige "Schulze-Atmosphäre" geschaffen.

Klaus Schulze live im WDR 1977

Seine Anfänge erlebte der in Berlin geborene Schulze in Bands wie Tangerine Dream und Ash Ra Tempel. Er legte über 50 Soloalben vor, schuf zahlreiche Filmmusiken und arbeitete mit Künstlern wie Arthur Brown, Ernst Fuchs, Marian Gold oder zuletzt dem Filmkomponisten Hans Zimmer zusammen. Dabei sei er "seiner unverwechselbaren Art, Musik zu schaffen, immer treu geblieben", hieß es. Dennoch sei er "immer offen für Neues, Innovatives, Experimentelles" gewesen.

Schulze war verheiratet, er hatte zwei erwachsene Söhne und vier Enkelkinder. Der Abschied soll im engsten Familienkreis erfolgen, das habe er sich ausdrücklich so gewünscht – seine Musik sei wichtig, seine Person nicht.