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Claudius Lüder

Von Claudius Lüder (dpa)

Sa, 28. September 2019

Auto & Mobilität

Das vernetzte Auto bringt dem Fahrer Komfort – mit Nebenwirkungen.

Früher stieg man ins Auto ein, drehte den Radioknopf nach rechts und schob vielleicht noch eine Kassette in den Schacht. Heute ist das Smartphone mit dabei. Nichts verändert die Autos derzeit so stark wie die digitale Vernetzung. Sie bietet Autofahrern und Händlern neue Möglichkeiten – von der Unterhaltung bis zum Werkstattservice.

"Die Vernetzung im Auto hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Das ging mit dem iPod los, dann ließen sich die Handys über Freisprecheinrichtungen nutzen, und jetzt kommen Streamingdienste und Apps via Smartphone dazu", sagt Autoexperte Holger Ippen. Auch Neuwagen im unteren Preissegment würden inzwischen vernetzte Entertainmentsysteme anbieten.

Die starke Verbreitung der Vernetzung macht auch eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom deutlich. Danach ist für jeden zweiten Bundesbürger (51 Prozent) ein Internetzugang im Fahrzeug ein wichtiges Kriterium beim Autokauf. 63 Prozent legen Wert darauf, dass das Cockpit mit ihrem Smartphone verbunden werden kann. So müssen sie sich im Auto bei der Nutzung von Diensten wie Navigation nicht umstellen.

"Autos sind längst nicht mehr nur Fahrzeuge, um uns von A nach B zu bringen. Die Kunden wünschen sich darin den Komfort, den sie auch von zu Hause und anderen Diensten kennen", sagt Bitkom-Experte Robert Spanheimer. Noch komfortabler wird die Nutzung der Mobilgeräte im Auto durch Systeme wie Apple Car-Play, Android Auto oder Mirror-Link. Dahinter stecken eigene Benutzeroberflächen, die es ermöglichen, Funktionen des Smartphones über das Display des integrierten Entertainmentsystems zu bedienen.

Während es also für den Fahrer hinterm Steuer immer komfortabler wird, nimmt auch die Anbindung der Autos nach außen Fahrt auf. "Bei der Vernetzung nach außen geht es unter anderem um die Kommunikation mit Herstellern und Werkstätten", sagt Ippen. Künftig werde es beispielsweise immer häufiger so sein, dass das Auto selbst einen Bedarf bei der Werkstatt anmelde, wenn etwa eine bestimmte Laufleistung erreicht sei: "Dann kontaktiert die Werkstatt den Autofahrer und bietet einen Servicetermin an."

Die Kehrseite der Vernetzung: Der Fahrer wird gläserner. Zudem steigen durch die Vernetzung auch die Möglichkeiten für Unbefugte, sich in die Datenströme einzuklinken. Der Internetverband Eco dringt daher darauf, die Datensicherheit nicht aus den Augen zu verlieren. Die Hersteller müssten ihre Systeme von Beginn an mit intelligenten IT-Sicherheitskonzepten koppeln, um Fahrzeuge zuverlässig vor Hacker-Angriffen zu schützen.