Gartenschau

Bad Bellingens Bewerbung um Gartenschau wird jetzt geprüft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. Juli 2020 um 08:32 Uhr

Bad Bellingen

Eine Fachkommission macht sich vor Ort ein Bild von Bad Bellingens Gartenschaukonzept – im Herbst fällt dann eine Entscheidung.

Unter dem Motto "Landschaften verbinden – Grenzen überwinden – Wasser erleben" bewirbt sich Bad Bellingen um die Ausrichtung einer Gartenschau. Diese Idee wurde bei der Erarbeitung des neuen touristischen Leitbildes 2019 entwickelt und vom Gemeinderat einstimmig auf den Weg gebracht. Die Bewerbungsunterlagen hat die Gemeinde bereits im Dezember im Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart eingereicht. Ende März sollte eine Fachkommission aus Vertretern von Ministerium, Gemeindetag und Gartenbaufachverbänden das Heilbad besuchen und sich vor Ort vom Konzept überzeugen. Dann mussten alle Termine aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Wie die Bade- und Kurverwaltung (BuK) in einer Pressemeldung mitteilt, wurde der Besuch unter strengen Auflagen nun nachgeholt – zum Bedauern von Bürgermeister Carsten Vogelpohl als reiner Fachtermin mit eng begrenzter Teilnehmerzahl, ohne Bürgerinnen und Bürger, ohne Vereine, ohne Presse, politische und gesellschaftliche Vertreter. Auch auf das sonst übliche Rahmenprogramm musste verzichtet werden. Exakt zweieinhalb Stunden standen dafür zur Verfügung. Vogelpohl und Kurgeschäftsführer Dennis Schneider stellten einleitend den Kurort vor. Nicht nur die bevorzugte landschaftliche Lage im Markgräflerland, sondern auch die gute verkehrliche Vernetzung in der Agglomeration Basel mit rund einer Millionen Einwohnern prädestiniere den Ort für überregionale Großveranstaltungen. Mit der BuK stehe ein leistungsfähiger Projektträger zur Verfügung.

17 Bewerbern treten für die Jahre 2031 bis 2036 an

Im Mittelpunkt des Besuchs stand das Konzept des Landschaftsarchitekten Martin Schedlbauer vom Freiburger Büro "faktorgruen". Die Durchführung eines Gartenschauprojektes im Zuge des Landesprogramms "Natur in Stadt und Land" stelle ein hervorragendes Instrument dar, den Kurort aufzuwerten und für die Zukunft wettbewerbsfähig zu machen. Barrieren wie zum Beispiel durch Autobahn, Hangkante und Bahn sollen überwunden und der Kurpark neu und zeitgemäß gestaltet werden. Auch die Wegeverbindungen zwischen Kurpark und Ortsmitte sowie zwischen den Ortsteilen sollen aufgewertet werden.

Das Konzept ist laut BuK eng verzahnt mit einem Masterplan von Sacker Architekten Freiburg zur Weiterentwicklung der Balinea-Thermen, der im September im Gemeinderat vorgestellt wird. Der Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg Fritz Link verwies auf die große wirtschaftliche Bedeutung der Heilbäder für den ländlichen Raum und lobte die Anstrengungen Bad Bellingens, seine Infrastruktur weiterzuentwickeln. Unterstützung sagte auch Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler zu, schließlich sei Bad Bellingen einziges Heilbad im Kreis Lörrach, insofern könne man von "unserer Bewerbung" sprechen.

Bürgermeister Vogelpohl bewerte die Bewerbung bereits als Erfolg. Erstmals seit den 1970er Jahren liege ein Masterplan vor, der die kommenden Jahre schrittweise umgesetzt werden kann. Bad Bellingen tritt in einem starken Feld aus 17 Bewerbern an, die für die Jahre 2031 bis 2036 ins Rennen gehen. Im Herbst trifft das Landeskabinett auf Empfehlung einer Fachjury eine Entscheidung.