Arabesque und Capriole auf der Kurhausbühne

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Di, 23. April 2019

Bad Krozingen

Beim Festival der Ballettschule Stage Door in Bad Krozingen zeigten 35 Tänzerinnen und Tänzer ihr Können.

BAD KROZINGEN. Tänzerischen Nachwuchs nicht nur aus Europa, sondern auch aus Russland und den USA präsentierte die Ballettschule Stage Door am Samstag im großen Saal des Kurhauses. Der Gala vorausgegangen war ein einwöchiger Workshop unter der Leitung von Natalia Korneeva und Ivan Korneev in den Räumen der Bad Krozinger Ballettschule.

Ähnlich wie in der Musik gibt es im klassischen Tanz eine universelle Sprache. Das verdankt sich der Entwicklung, die der Tanz als künstlerischer Ausdruck vor allem in Frankreich nahm, weshalb die französischen Namen für Positionen und Bewegungen von Tänzern universell gebräuchlich sind. Jede Tänzerin, jeder Tänzer weiß, was gemeint ist, wenn von ihm die Arabesque, die Batterie oder die Capriole gefordert wird.

Es war aber das "Ballet Russe", gegründet in St. Petersburg, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer wahren Renaissance des Balletts und seiner vielfältigen Ausdrucksformen führte. Entsprechend groß ist die Bedeutung, um nicht zu sagen Dominanz der russischen Ballettszene. Sie bewirkte wiederum eine Belebung des Balletts in Westeuropa und Nordamerika, ausgelöst durch die Erfolge, die das "Ballet Russe" in Paris feierte.

Einen Spiegel dieser Entwicklung könnte man die Vorstellung im Kurhaus Bad Krozingen nennen. Dem aus Russland stammenden Ehepaar Korneev war es gelungen, vielversprechende Talente aus Russland und Amerika für die Teilnahme an einem Workshop zu gewinnen, der nun das Publikum begeisterte. Die Teilnehmer, zwischen neun und 18 Jahre alt, wurden begleitet von ihren Lehrerinnen und Lehrern mit vorwiegend russischen Namen, die an Schulen in allen Kontinenten wirken, in Deutschland etwa an der John-Cranko-Schule in Stuttgart oder an der Palucca-Hochschule für Tanz in Dresden.

Von Sachsen aus nahm auch die Karriere des gebürtigen Ägypters Maged Mohamed ihren Anfang. In der Spielzeit 2013/14 wechselte er von Dresden zum Bayerischen Staatsballett. Seit einem Jahr gehört er zum Lehrerteam der Bad Krozinger Ballettschule Stage Door.

Zum Programm des Festivals "Dance Triumph" steuerte er eine Choreographie bei, die die Weiterentwicklung des klassischen Balletts in die Moderne versinnbildlicht. Dank ihm war es gelungen, alle 35 Workshop-Teilnehmer in nur einer Woche zu einem Ensemble zu verschmelzen, das an Homogenität nichts zu wünschen übrig ließ. Dieses zeigte eine zeitgemäße Interpretation von Werden und Vergehen, untermalt von entsprechenden Klängen.

Junge Talente und zauberhafte Kostüme

Zuvor aber hatten die jungen Talente Gelegenheit, in kurzen Einzelauftritten ihr Können zu beweisen, unterstützt durch zauberhafte Kostüme und eine perfekt ausgeleuchtete Bühne. Kundig und charmant führte Stefanie Maluck durch das Programm. Zum Finale übernahm Bürgermeister Volker Kieber das Mikrophon, der allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Urkunden überreichte, für ihre Leistung dankte und seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, mit "Stage Door" ein weiteres Leuchtturmprojekt in Bad Krozingen zu beherbergen.