Naherholungsgebiet

Die künstliche Lunge des Bergsees in Bad Säckingen ist kaputt

Axel Kremp

Von Axel Kremp

Fr, 06. Dezember 2019 um 15:00 Uhr

Bad Säckingen

Seit 1985 wird der See künstlich beatmet. Jetzt muss die Belüftungsanlage ersetzt werden. Der Bergsee kann maximal eineinhalb Jahre ohne zusätzliche Belüftung auskommen.

1983 stand der Bergsee, ein idyllisch gelegenes, bei Patienten und Einheimischen in Bad Säckingen gleichermaßen beliebtes Naherholungsgebiet, ökologisch vor dem Kollaps. Seit 1985 wird der See künstlich beatmet. Jetzt muss die Belüftungsanlage ersetzt werden. Die Stadtverwaltung möchte dafür 190 000 Euro in den Haushaltsplan 2020 aufgenommen wissen. Bei der Etatberatung im Technischen Ausschuss des Gemeinderats gab es dagegen keinen Widerspruch.

Reparieren wäre zu teuer

Wie Tiefbauamtsleiter Jürgen Huber sagte, liegen die Kosten für die Sanierung der alten Anlage auf dem Niveau einer neuen Anlage, wenn nicht sogar darüber. Deswegen läuft es darauf hinaus, die alte Maschine zu ersetzen. Derzeit ist die Anlage ausgeschaltet. Wie Huber im Ausschuss sagte, kann der Bergsee maximal eineinhalb Jahre ohne zusätzliche Belüftung auskommen. Das Problem sind die geringe Wasserzufuhr und die Nähe des Zuflusses zum Abfluss. Der Bau einer Landzunge zwischen Zu- und Abfluss hat zu Beginn des Jahres zwar dafür gesorgt, dass das sauerstoffreiche Frischwasser länger im See verbleibt. Allerdings reicht die zusätzliche Menge Sauerstoff nicht, auf die Belüftungsanlage zu verzichten. Der Bergsee speist den Schöpfe- und den Gießenbach sowie den Park vor der Villa Berberich mit Wasser.