Schumann in seiner schönsten Form

Ernst Brugger

Von Ernst Brugger

Do, 02. Mai 2019

Bad Säckingen

Bassbariton Marcel Brunner und Pianist Flurin Rüedlinger begeistern im Sigma-Zentrum.

BAD SÄCKINGEN. Einen Robert-Schumann-Abend bot das Sigma-Zentrum anlässlich zehn Jahre Sigma-Konzerte. Passend zur Jahreszeit gab es unter dem Motto "Im wunderschönen Monat Mai" – ein Konzert mit dem in Bad Mergentheim geborenen Bassbariton Marcel Brunner und dem im Engadin aufgewachsenen Pianisten Flurin Rüedlinger. Ein deutsch-schweizerisches Konzert-Duo, das im voll besetzten Sigma-Vortragsraum sowohl stimmlich als auch instrumental die Besucher vollauf begeisterte.

Schon zum Auftakt mit der "Dichterliebe Op. 48", einem Zyklus von 16 Liedern, setzte Marcel Brunner mit ausdrucksstarker Stimme einen Höhepunkt. Den 1840 entstandenen romantischen Zyklus, der alle Aspekte der Liebe enthält, meisterte der Bassbariton Brunner mit runder und gefühlvoller Stimme, besonders das zarte "Im Wunderschönen Mai" und das leidenschaftliche "Ich hab’ im Traum geweinet". Brunners weicher, überzeugender Bassbariton paarte sich dabei mit der kunstvollen und klangschönen Harmonie des Pianisten Florian Rüedlinger.

Und auch der zweite Liedvortrag war ein Glanzpunkt: die ebenfalls 1840 entstandene "Myrthen Op. 25", ein Liederzyklus, den Schumann seiner Braut Clara zur Hochzeit widmete. Ergreifend schön darin "Du bist wie eine Blume" und "Lotosblume". In die klangvolle Gestaltung des Pianisten eingebettet war die überzeugende Stimme von Bassbariton Marcel Brunne. Mit gewaltiger Stimme meisterte er anschließend auch die "Vier Husarenlieder Op. 117", einen militärisch temperamentvollen Zyklus. Dabei begeisterten Brunner mit voluminöser Stimme und ausdrucksstarker Gestik und Pianist Rüedlinger mit seiner musikalischer Betonungskunst.

Einen starken Auftritt hatte das Duo auch bei den durch langen Applaus geforderten Zugaben. Das Stück "Die beiden Grenadiere" ist eine Vertonung der napoleonischen Ballade von Heinrich Heine durch Robert Schumann. Mit leicht ironischem Unterton und drastischen Metaphern charakterisierten Sänger und Pianist die dämonische Faszination, die für die Armee von ihrem Feldherrn Napoleon ausging. Mit der wundervoll intensiven "Mondnacht", das romantischste Lied von Robert Schumann schlechthin, setzten Brunner und Rüedlinger einen glanzvollen Schlusspunkt unter ein genussvolles Konzert.