Exponate

Bauhaus-Sammlung von Axel Steinhart bleibt vorerst im Ebneter Schloss

Bettina Gröber

Von Bettina Gröber

Mi, 11. September 2019 um 12:37 Uhr

Ebnet

Axel Steinharts Sammlung der Exponate von Wilhelm Wagenfeld sollte ursprünglich an das Museum in Tel Aviv gestiftet werden. Dieses hat mittlerweile aber wenig Interesse an den Gebrauchsgegenständen.

Das Bauhaus ist, 100 Jahre nach seiner Gründung, dieser Tage in vieler Munde. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals war auch in der Sickingen-Kapelle des Ebneter Schlosses eine kleine, aber feine Auswahl an Gebrauchs- und Haushaltsgegenständen zu sehen, die Bauhaus-Schüler Wilhelm Wagenfeld (1900 bis 1990) designt hatte. Sie stammen aus der rund 600 Opjekte umfassenden Sammlung von Axel Steinhart – und sollten eigentlich schon lange in Tel Aviv zu sehen sein. Doch das klappte bislang nicht.

Steinhart äußert Ideen für künftigen Verbleib der Sammlung

Die Bandbreite der ausgestellten Stücke reichte vom Eierbecher über Butterdose und Nudelsieb bis hin zur Schreibmaschine. Sie stammen unter anderem von Flohmärkten und aus Haushaltsauflösungen, so Steinhart. Insgesamt steckten "nicht mehr als 3.000 bis 4.000 Euro" in seiner Sammlung. Es handle sich um funktionale, in der Gestaltung schlichte Objekte – eines der Charakteristika des Bauhaus-Designs.

Für den 56-jährigen Bürokaufmann Axel Steinhart, der in Freiburg geboren ist und in Kirchzarten lebt, war die Schau nicht nur Anlass, dem interessierten Publikum über die Geschichte seiner Wagenfeld-Sammlung Auskunft zu geben – auch Hoffnungen und Ideen für deren künftigen Verbleib äußerte Steinhart am Sonntag, 8. September.

"Die Schwierigkeit scheint zu sein, dass das Museum in Tel Aviv vor allem auf die Bauhaus-Architektur spezialisiert ist." Axel Steinhart
Im Ebneter Schloss beziehungsweise in dessen Keller lagern die Wagenfeld-Exponate seit rund zwei Jahren. Fast ebenso lange existiert der Wunsch, die Sammlung an das Max-Liebling-Haus in Tel Aviv, das derzeit umgestaltet wird und sich ebenfalls dem Bauhaus widmet, zu stiften. Die Realisierung der Idee, die im Umfeld des Freundeskreises Freiburg – Tel Aviv-Yafo entstanden und von Schlossherr Nikolaus von Gayling unterstützt worden ist, geriet allerdings bald ins Stocken: "Die Schwierigkeit scheint zu sein, dass das Museum in Tel Aviv vor allem auf die Bauhaus-Architektur spezialisiert ist", sagt Axel Steinhart. Gebrauchsobjekte und Beispiele des Bauhaus-Produktdesigns wie diejenigen aus seiner Sammlung würden da "offensichtlich als Fremdkörper" wahrgenommen. Was als "weitere kulturelle Brücke zwischen Freiburg und Tel Aviv" beabsichtigt war, sei auf wenig Resonanz gestoßen: Zuletzt habe das Museum nur noch für zwölf der 600 potenziellen Exponate Interesse bekundet.

Steinharts Sammlung bleibt vorerst im Ebneter Schloss

Und so bleibt Axel Steinharts Sammlung, die – von der Ausnahme der kleinen Präsentation am Sonntag abgesehen – überwiegend in Kisten verpackt im Keller des Ebneter Schlosses lagert, vorerst weiterhin an diesem Ort. Hier kann sie auf absehbare Zeit auch bleiben, so Nikolaus von Gayling.

Wenn in Zukunft allerdings Umbaumaßnahmen anstünden, müsse für die Wagenfeld-Objekte ein neues, möglichst dauerhaftes Zuhause gefunden sein. Auf der Suche nach einem geeigneten Ausstellungsort wäre Axel Steinhart ein eigens dem Produktdesign gewidmetes Museum in der befreundeten israelischen Stadt am liebsten: "Aber bislang ist das lediglich eine Idee."

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