Kurs für Hobbykünstler

Bei den Steinbildhauertagen in Fröhnd gibt’s nicht selten blaue Finger

Manuel Hunn

Von Manuel Hunn

Mi, 15. September 2021 um 12:01 Uhr

Fröhnd

Zum 18. Mal arbeiten bei den Steinbildhauertagen in Fröhnd Hobbykünstler. Viele Kursteilnehmer sind schon erfahren, Neulinge sind aber auch immer dabei.

Bereits zum 18. Mal finden in Fröhnd derzeit die Steinbildhauertage statt. In dem Kurs erhalten Hobbykünstler und alle, die es werden wollen, die Gelegenheit, unter Anleitung ein persönliches Kunstwerk aus Stein zu erschaffen.

Schon von weitem ist am ersten Tag der Steinbildhauertage das Hämmern aus dem Zelt neben der Gemeindehalle in Unterkastel zu hören. In der provisorischen Werkstatt widmen sich die Kursteilnehmer mit voller Konzentration ihren Werkstücken, die sie bis Ende der Woche zu Kunstwerken formen wollen. So unterschiedlich die Teilnehmer sind, sind auch ihre Kreationen und ihre Herangehensweise an die Arbeit mit den Steinen.

Manche lassen sich vom Stein leiten

Kursleiter Roland Fritz erklärt, dass er die nötigen Steine für den Kurs hauptsächlich aus Abbrüchen erhalte und diese dann vorbereite, indem er sie zu Quadern säge. Was die Hobbykünstler dann aus ihrem Werkstoff machen, überlasse er ihnen aber selbst. Der Bildhauermeister aus Happach vermittelt fachmännisch die handwerklichen Techniken und den richtigen Einsatz der Werkzeuge. Manche Kursteilnehmer würden sich dann vom Stein leiten lassen, andere wiederum wollten dem Stein "etwas abtrotzen" und seien mitunter so engagiert bei der Sache, dass "blaue Finger" keine Seltenheit sind.

Wiederholungstäter und Neulinge

Auch diesmal seien viele der Hobbykünstler "Wiederholungstäter", die mehrmals dabei gewesen sind. Aber "zwei, drei Neue kommen immer", erläutert Fritz. Insgesamt besuchen in diesem Jahr zehn Teilnehmer die beiden Kurse am Vor- und Nachmittag. Wenngleich der Rekord bei 22 Teilnehmern liege, sei er mit der Nachfrage zufrieden, so der Bildhauermeister.

Schon zum "fünften oder sechsten" Mal ist der 80-jährige Friedrich Walliser aus Grenzach-Wyhlen dabei. Er erklärt, dass er das Steinbildhauen vor vielen Jahren einmal ausprobiert habe und dann daran hängengeblieben sei. Da er in seinem Berufsleben auch eine Meisterprüfung als Werkzeugmacher abgelegt hat, arbeitet Walliser mit selbstgefertigtem Werkzeug. In diesem Jahr hat er sich, anders als die anderen Hobbykünstler, nicht für eine Skulptur, sondern für ein Relief als Projekt entschieden: In filigraner Kleinarbeit fertigt er ein plastisches Motiv einer Katze an. Wo das fertige Kunstwerk hinkommt, wisse er noch nicht so genau. Auf seinem Garagendach habe er bereits eine ganze Galerie, aber "irgendwo ist immer ein Plätzchen", so Walliser.

Aus Steinplatte werden Engelsflügel

Auch Susanne MacDonald hat den Kurs schon mehrmals besucht. Doch diesmal hat sich die 57-jährige Lörracherin etwas besonderes einfallen lassen und einen eigenen Stein mitgebracht. Die Steinplatte, die lange Zeit vor ihrer Wohnung lag, hat sie mit Hilfe von zwei Nachbarn nach Fröhnd transportiert – und nun wird sie Schritt für Schritt zu einem Engelsflügel.

Eine Teilnehmerin ohne Erfahrung ist eine Schreinerin aus Rickenbach. Die 43-jährige Frau erzählt, dass sie sich angemeldet habe, da sie gerne Neues ausprobiere und das Steinbildhauen interessant finde. Sie sei ohne Vorstellung in den Kurs gekommen, habe aber bereits Gefallen daran gefunden. Auch habe sie sich zunächst keine Gedanken darüber gemacht, welches Kunstwerk sie erschaffen will. Nun formt sie mit viel Kraftaufwand allmählich ihren Steinblock und freut sich auf die "Überraschung", welche Skulptur sie am Ende des Kurses in ihren Händen halten wird.