Auftakt

Bei der Tour de France gibt es vier Favoriten fürs Gelbe Trikot

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Fr, 28. August 2020 um 19:51 Uhr

Radsport

Neben Egan Bernal und Primoz Roglic werden auch Thibaut Pinot und Emanuel Buchmann Chancen auf den Tour-Sieg eingeräumt: Die Vorschau auf die sportlichen Aspekte der Frankreichrundfahrt.

Bei der 107. Tour de France, die an diesem Samstag beginnt, deutet alles auf ein Duell zwischen Titelverteidiger Egan Bernal und Primoz Roglic hin. Aber auch Frankreich darf mit Thibaut Pinot auf den ersten Heimsieg seit dem Triumph von Bernard Hinault vor 35 Jahren hoffen. Aus deutscher Sicht sind die Augen auf Emanuel Buchmann gerichtet.

Der Titelverteidiger
2019 stieg Egan Bernal mit 22 Jahren und 196 Tagen zum jüngsten Toursieger seit 1909 auf. Dem Kolumbianer wird selbst zugetraut, die Fünffachsieger Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain zu übertreffen. Vorher muss aber erst der zweite Schritt gemacht werden. Den internen Machtkampf mit den Ex-Siegern Chris Froome und Geraint Thomas hat er für sich entschieden, die beiden Briten stehen erst gar nicht im Aufgebot vom Team Ineos. Allerdings lief im Vorfeld nicht alles rund. Bei der Dauphiné-Rundfahrt ließ er sich von Primoz Roglic abschütteln. Bernal stieg vorzeitig aus, um Extra-Trainingseinheiten einzulegen.

Der Überflieger
Es ist eine ungewöhnliche Karriere, die Primoz Roglic (Team Jumbo-Visma) hingelegt hat. Bis 2011 war er noch als Skispringer unterwegs, im Juniorenbereich gewann er sogar WM-Gold im Mannschaftsspringen. Dann erfolgte der Wechsel zum Radsport. Und der Slowene startete auch hier durch. Nach seinem Profidebüt 2016 arbeitete sich Roglic Schritt für Schritt in die Weltspitze vor. Gleich in seinem ersten Jahr gelang ihm ein Giro-Etappensieg, ein Jahr später jubelte er bereits auf einer Tour-Etappe. Seinen Durchbruch als Rundfahrer schaffte der 30-Jährige 2019. Nach Platz drei beim Giro gewann er die Spanien-Rundfahrt. Und so ging es nach der Corona-Pause weiter: Fünf Siege in neun Renntagen beeindrucken. Doch wie sehr warf ihn der Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt zurück?

Der Star der Franzosen
Das Pech ist bei Thibaut Pinot (Team Groupama-FDJ) ständiger Begleiter. 2019 wäre beim Franzosen der Tour-Sieg drin gewesen, hätte ihn ein Muskelfaserriss im Oberschenkel auf der drittletzten Etappe nicht zur Aufgabe gezwungen. Der Tour-Dritte von 2014, der noch nie das Gelbe Trikot trug, musste bei seiner siebten Teilnahme bereits zum vierten Mal vorzeitig aufgeben. 2016 stoppte ihn eine Bronchitis. Bitter war auch sein Aus beim Giro 2018: Als Gesamtdritter musste er zwei Etappen vor Schluss wegen einer Lungenentzündung aufgeben.

Die deutsche Hoffnung
Platz vier im Vorjahr hat bei Emanuel Buchmann (Team Bora-Hansgrohe) Appetit auf mehr gemacht. Das Podium hat der schmächtige Ravensburger als Ziel ausgegeben, schließlich haben dazu im vergangenen Jahr nur 25 Sekunden gefehlt. Nach der Corona-Pause präsentierte sich Buchmann in guter Form. Er kletterte mit den Stars der Szene die Berge hoch, ehe ihn ein Sturz zu einer Zwangspause zwang. Starke Prellungen und Hautabschürfungen machten ihn im Tour-Vorfeld zu schaffen.

1. Etappe, Samstag: Nizza Moyen Pays – Nizza (156 km). 2. Etappe, Sonntag: Nizza Haut Pays – Nizza (186 km). Tour im TV: Die ARD zeigt jeweils fast die ganze Etappe an Wochentagen im Spartenkanal One. Im Hauptprogramm überträgt die ARD an Wochentagen von 16.05 Uhr bis 17.30 Uhr, an den Wochenenden auch mal etwas länger. Zudem sind alle Etappen im Internet als Livestream auf "sportschau.de" zu verfolgen. Parallel bietet auch Eurosport eine umfangreiche Live-Berichterstattung – ebenfalls frei empfangbar.