"Bei Deutschland gegen Italien ging es im Training rund"

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Mi, 24. Februar 2021

Regio-Fußball

Tim Heine, Fußballer beim FC Furtwangen, FC 08 Villingen, FV Donaueschingen und heute Trainer bei der DJK Donaueschingen, nominiert seine Topelf.

. Dass Tim Heine Fußballer wurde, ist nicht selbstverständlich. Denn er ist in Urach aufgewachsen, einen Fußballverein gibt es dort nicht. Der FC Furtwangen wurde Tim Heines fußballerische Heimat, dort hat er alle Jugendmannschaften durchlaufen und im Verein auch mehrere Jahre als Spielertrainer fungiert. Weitere Stationen des Mittelfeldspielers waren der FV Donaueschingen (Verbandsliga) und der FC 08 Villingen (Oberliga). Bei der SG Riedöschingen/Hondingen hat er, als er als Trainer pausierte, "ein halbes Jahr ausgeholfen", die Mannschaft hat prompt den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.

Derzeit trainiert der 40-Jährige den Verbandsligisten DJK Donaueschingen, zuvor coachte er den Landesligisten FC Löffingen. Die Aufgabe, seine persönliche Topelf zu benennen, ist Heine nicht leicht gefallen. "Ich habe mit vielen guten Fußballern zusammengespielt, davon elf auszuwählen, war sehr schwierig. Ich hätte zwei oder drei Topmannschaften aufstellen können." Hier nun die elf Auserwählten, mit denen Heine in Furtwangen (bis zur A-Jugend/fünf Jahre Spielertrainer), Donaueschingen (viereinhalb Jahre) und Villingen (zehn Jahre) zusammengespielt hat, im 4-3-3-System.

Frank Holder (FV Donaueschingen): Für einen Torwart war er klein, etwas über 1,70 Meter. Mit 18 ging er erst ins Tor, er hatte aber überragende Fähigkeiten. Er hat die Stürmer immer ausgeguckt und ahnte, was sie vorhaben. Er war ein wesentlicher Faktor, dass wir damals in der Verbandsliga den Klassenerhalt geschafft haben.

Björn Werhan (FV Donaueschingen): Er ist der Kapitän meiner Topelf und spielt hinten rechts in der Viererkette. Beim FVD war er fast Ehrenspielführer, extrem, was er für eine Mannschaft tut. Besser kann man das Amt des Kapitäns nicht ausfüllen. Wir hatten beim FVD eine ganz spezielle Stimmung in der Mannschaft, die außergewöhnlich war. Abseits des Platzes war er für Späße zu haben, aber wenn ein Spiel angepfiffen wurde, war er hundertprozentig da. Er hat sich und die gesamte Mannschaft gepusht.

Jörg Ringwald (FC Furtwangen): Er kann in der Viererkette innen spielen und auch außen. Er hatte immer eine wahnsinnige Leistungskonstanz. Er hat in Furtwangen so gut wie immer gespielt und gefühlt in den fünf Jahren drei Fehler gemacht. Er war extrem zweikampfstark, eine brutale Bank. Er war clever und wahnsinnig zuverlässig. Total wertvoll für die Mannschaft. In meiner Elf spielt er links in der Viererkette.

Jago Maric (FC 08 Villingen). Er ist mein erster Innenverteidiger. Mit ihm habe ich in Villingen lange zusammengespielt. Was mich bei ihm immer beeindruckt hat, das war seine Präsenz als Spieler auf dem Platz. Er hat mit 19 schon zweite Liga gespielt, als Fußballer hat er alles mitgebracht. Diese natürliche Autorität, die er hatte, hat mich als Spieler beeindruckt. Die Entscheidungen, die er getroffen hat, waren extrem durchdacht.

Tobias Beha (FC 08 Villingen). Ein sehr guter Freund beim FC 08. Er hat dort auch ein Jahrzehnt gespielt. Er ist mein zweiter Innenverteidiger. Absolut zuverlässig, sehr hohe Konstanz in seinen Leistungen, immer sehr stabil.

Andreas Schuler (FC 08 Villingen). Er spielt bei mir zentral im Mittelfeld. Er kommt auch aus Urach, wir sind ins Training nach Villingen immer zusammen gefahren. Er hat, als die Oberliga noch dritte Liga war, beim Freiburger FC gespielt und später in Pfullendorf. Als wir in Villingen zusammengespielt haben, war es bei ihm mit Mitte 30 das Ende seiner Karriere, während ich ein junger Spieler um die 20 war. Beim FC 08 war er Leistungsträger und langjähriger Kapitän. Von ihm konnte man in puncto Vorbereitung auf das Spiel und Professionalität viel mitnehmen. Anschließend war er mein Trainer beim FV Donaueschingen.

Florian Heitzmann (FV Donaueschingen). Mein zweiter zentraler Mittelfeldspieler. Wir haben beim FVD im Mittelfeld zusammengespielt, er eher den defensiveren Part, ich eher offensiv. Wir haben uns auf dem Platz blind verstanden – ebenso abseits des Platzes. Wir haben eine ähnliche Auffassung von Fußball und können uns für die gleichen Dinge begeistern. War ’ne super Zeit mit ihm zusammen.

Nils Wagner (FV Donaueschingen): Mit ihm habe ich in Villingen, in Donaueschingen und in der Firmenmannschaft zusammengespielt. Er ist nach wie vor ein guter Kollege. Er war ein extrem cleverer und intelligenter Spieler, sehr stark im Eins-gegen-eins. Er hat überraschende Dinge gemacht, konnte auf einem Bierdeckel zwei Mann aussteigen lassen und war beidfüßig sehr stark. Er hat manchmal den Eckball mit links geschossen und den Freistoß mit rechts. Er ist sehr flexibel einsetzbar und kommt in meiner Topelf über die Außenbahn.

Rodrigo "Toco" Stasiak (FC 08 Villingen): Ein Brasilianer, der lange in Villingen Mittelstürmer war – er kam auch über außen. In meiner Topelf spielt Toco auf der linken Seite. Wir haben in Villingen auch mal ein halbes Jahr zusammen gewohnt. Ein wunderbarer Mensch und ein super Fußballer. Einer der Topstürmer in den vergangenen 20 Jahren bei Nullacht. Er hat in Österreich noch in der zweiten Liga gespielt, ist dann aber zurück nach Brasilien.

Jan Meier (FC Furtwangen): Er spielt rechts auf der Außenbahn. Er ist als Spieler aus Nußbach nach Furtwangen gekommen, als ich das Amt des Spielertrainers in Furtwangen übernommen habe. Er war ein explosiver Stürmer, der einen brutalen Zug zum Tor hatte. Trotzdem spielte er mannschaftsdienlich, war sich für keinen Laufweg zu schade. Er spielte ohne Rücksicht auf Verluste, ging immer dorthin, wo es wehtat. Er war in Furtwangen eine Granate.

Audenzio "Enzo" Maggiore (Junioren FC Furtwangen): Er ist der gleiche Jahrgang wie ich. Wie haben im Nachwuchs des FC Furtwangen zusammen gespielt: Er war Mittelstürmer und ich der Zehner dahinter. Ich habe ihm die Bälle aufgelegt und er hat sie reingemacht, er war der Torjäger. Wir waren extrem eingespielt und jahrelang sehr erfolgreich. In den Trainingsspielen haben wir oft Deutschland gegen Italien gespielt, weil wir ein paar Italiener in der Mannschaft hatten – da ging es rund.

Bernd Heine (FC Furtwangen). Ich hatte viele sehr gute Trainer, aber an meinem Vater komme ich da nicht vorbei, der mich beim FC Furtwangen von klein auf in der Jugend fast die gesamte Zeit trainiert hat. Er hatte als Trainer und Vater auf meine fußballerische Entwicklung natürlich den größten Einfluss. Er hat mich dahin gebracht, wo ich war. Die Jugendzeit beim FC Furtwangen mit ihm als Trainer war sehr schön und sehr erfolgreich.