Bei jedem Treffen eine neue Fähigkeit

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Fr, 18. Oktober 2019

Grenzach-Wyhlen

Das Inklusive Eltern-Kind-Café im St. Josefshaus ist ein Ort für Kinder mit und ohne Behinderung.

GRENZACH-WYHLEN. Seinen fünften Geburtstag feiert der Familientreff in Wyhlen und bietet inzwischen ein vielfältiges Programm. Was als Doppelseite im Programm des Familienzentrums Rheinfelden begann, füllt zwischenzeitlich beinahe das halbe Heft der gemeinnützigen Institution. Die BZ stellt die Angebote in einer Serie vor. Im zehnten Teil besucht BZ-Mitarbeiterin Leony Stabla das Inklusive Eltern-Kind-Café im St. Josefshaus in Herten.

Ein Angebot des Familienzentrums fast vor der Haustür, das ist schon was Feines, finden die in Herten wohnenden Besucherinnen des Inklusiven Eltern-Kind-Cafés im Haus Elisabeth des St. Josefshauses. Es ist ein Kooperationsangebot der beiden Institutionen, das den Weg zu gelebter Inklusion erleichtern soll.

Zwei Teams, bestehend aus jeweils einer Mitarbeiterin des Familienzentrums und einer ausgebildeten Heilerziehungspflegerin empfangen im wochenweisen Wechsel die großen und kleinen Besucher. Das Angebot gibt es seit zwei Jahren und wurde vor rund einem Jahr aufgestockt, so dass es nun jeden Dienstagmorgen außerhalb der Schulferien stattfindet. Besucher gibt es mal mehr mal weniger, hauptsächlich aber Mütter mit Kindern zwischen null und eineinhalb Jahren. Zwar gibt es keine Altersgrenze, wie Gastgeberin Susanne Göb verrät, doch meist nehmen die Eltern älterer Kinder ihren Beruf wieder auf und können dann nicht mehr kommen.

Den Austausch, gerade im ersten Lebensjahr des Babys, wenn der Kontakt zu anderen Erwachsenen noch eher dünn gesät ist, schätzen die Teilnehmerinnen besonders. "Auch meinem Sohn tun die Besuche hier immer gut", erzählt eine von ihnen, er sei zwar müde und geschafft, wenn er mit den anderen Kindern gespielt habe, doch scheine er meist irgendeine neue Fähigkeit von den Treffen mit nach Hause zu nehmen.

Sehr praktisch sei die Tatsache, dass man zwischen 9 und 12 Uhr kommen und gehen könne, wie es für einen und das Kind passt. "Mit Babys ist es eben oft nicht einfach, pünktlich zu sein", gesteht eine der Besucherinnen. Viele würden morgens noch ein Schläfchen machen, da sei es gut, wenn man gehen könne, bevor das Kind zu müde sei.

Anders als beim Babycafé, das an den beiden Standorten des Familienzentrums angeboten wird, gibt es beim inklusiven Eltern-Kind-Café neben dem Wunsch, Inklusion den Kindern von klein auf als selbstverständlich nahe zu bringen, für Eltern von Kindern mit Behinderung auch die Möglichkeit sich beraten zu lassen.

Erst durch eine Spende, später durch die Bürgerstiftung finanziert, brachte das St. Josefshaus die Kooperation ins Rollen, denn als das Haus Elisabeth damals umgebaut wurde, wurde gewünscht, es als Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung zu nutzen und Angebote zur niedrigschwelligen Integration anzubieten. "Hier soll Inklusion stattfinden", sagt Heilerziehungspflegerin Stephanie Metz, auch wenn sie bedauert, dass das Beratungsangebot noch eher mäßig genutzt wird.

Birgitt Kiefer, Geschäftsleitung des Familienzentrums, sieht das Angebot als Chance, das St. Josefshaus als Lebensraum zu erschließen, so dass die Einrichtung sich nicht nur nach Außen richten müsse. Dies war auch einer der Gründe, wieso das Projekt seit Anfang des Jahres von einem Förderprogramm der Aktion Mensch für drei Jahre finanziert wird.

Info: Das inklusive Eltern-Kind-Café findet jeden Dienstagmorgen außerhalb der Ferien von 9 bis 12 Uhr im Haus Elisabeth, Hauptstr. 1, statt.