Regionalliga

Beim Bahlinger SC und SC Freiburg II ist die Wetterlage heiter bis wolkig

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

So, 22. Dezember 2019 um 17:05 Uhr

F-Regionalliga

Der Sonntag Die beiden Fußball-Regionalligisten blicken auf eine ordentliche Hinrunde zurück. In der umkämpften Spielstaffel wollen sich beide Teams in der Rückrunde möglichst rasch den Klassenerhalt sichern.

Dass man am Jahresende zurückblickt, ist nichts Außergewöhnliches. Dass man sich aber über ein Jahr voller Höhepunkte freut, ist nichts Alltägliches. "Es waren schon sehr viele Highlights dabei", freut sich Axel Siefert, Trainer des Fußball-Regionalligisten Bahlinger SC, am späten Freitagvormittag.

Noch in der Winterpause letzten Dezember hatte niemand erwartet, dass die Bahlinger am Saisonende in der Oberliga ganz oben stehen würden. Doch mit den Verpflichtungen von Shqipon Bektasi und Hasan Pepic zur Winterpause begann die Siegesserie des BSC. Die schließlich mit dem Höhepunkt des Regionalligaaufstiegs endete. "Das war das Highlight schlechthin", findet Siefert.

Der Fußball-Lehrerausbilder des DFB ist stolz, dass seinem Team in der neuen Spielklasse schnell die Akklimatisierung gelungen ist. Zur aktuellen Winterpause stehen die Kaiserstühler auf dem neunten Platz, gesichertes Mittelfeld also. Aber die Liga ist gefährlich. "Unser Strich ist der sechstletzte Platz", sagt Siefert. Denn je nachdem welche Teams aus der dritten Liga absteigen, könnte es mitunter sogar fünf Absteiger aus Deutschlands vierthöchster Spielklasse geben. Siefert: "Wir sind auf der Hut."

Der BSC hat eine ordentliche Hinrunde gespielt. Die Ausschläge auf der Leistungsskala sind allerdings noch sehr hoch: Den FC Gießen schlugen sie beispielsweise vor sechs Wochen zu Hause mit 4:0. Nur um die Woche darauf beim SSV Ulm mit 0:5 unterzugehen. Siefert: "Da arbeiten wir weiter an der Konstanz."

Hoffnung macht, dass die Jungspunde sich besonders gut schlagen. Tim Buchheister (20 Jahre) präsentiert sich nach langer Verletzung mit deutlich steigender Tendenz. Tim Siegin (23) ist ohnehin so etwas wie der Aufsteiger der Saison. Letztes Jahr lief der Stürmer noch für Landesligist VfR Bad Bellingen auf. Mittlerweile gehört er zu den offensiven Schlaglichtern des Aufsteigers, hat heuer bereits zehnmal von Beginn an gespielt. Hinzu kommt die Abgezocktheit von Shqipon Bektasi und Hasan Pepic sowie die Routine der drei Ur-Bahlinger Tobias Klein, Erich Sautner und Yannick Häringer. Da fällt es dann auch nicht so ins Gewicht, dass in Amir Falahen, Michael Respondek, Maximilian Faller, Luca Kübele und David Bergmann gleich fünf wichtige Spieler lange ausfielen. "Wir können schon sehr zufrieden sein", findet daher auch Trainer Siefert. Manchmal, da macht ein Jahresrückblick eben richtig Laune.

Ein wenig ambivalenter schauen sie bei der Bundesliga-Reserve des SC Freiburg II auf die bisherige Runde zurück. "Wir müssen immer an unser Maximum gehen, wenn wir in dieser Liga bestehen wollen", sagt Trainer Christian Preußer. Der 35-Jährige weiß, wovon er spricht. Im Breisgau verbringt er seine mittlerweile vierte Saison.

Der neue Jahrgang beim SC schlägt sich ganz gut

Mit seinem Nachwuchsteam erlebt er Jahr für Jahr die gleiche Herausforderung. Die Talente reifen. Ein, zwei Jahre, dann sind sie weg. Läuft es gut, wechseln sie zu den Profis. Sind sie weniger erfolgreich, kommen sie in anderen Teams unter oder wechseln ins Berufsleben. Auch dieses Jahr war der Umbruch vor der Saison groß. Der neue Jahrgang schlägt sich ordentlich. Wie beim BSC bedeutet der elfte Platz eine solide Mittelfeldpositionierung. Für den A-Lizenzinhaber kommt die Pause gerade recht: "Es waren sehr viele Spiele und eine intensive Zeit für uns alle. Jetzt nutzen wir die freien Tage zwischen den Jahren, um mal durchzupusten." Denn zuletzt stotterte der Motor. Lediglich eins der vergangenen fünf Spiele konnte die Reserve für sich entscheiden. Gegen Hoffenheim II setzte es gar eine 0:7-Pleite.

In Sachen Ausbildungsauftrag allerdings waren sie einmal mehr erfolgreich. Zuletzt stand Offensiv-Talent Yannik Keitel (19 Jahre) zweimal im Bundesligakader. Und Lino Tempelmann (20) kam gegen RB Leipzig zu seinen ersten Bundesliga-Minuten. Zudem bleibt die zweite Mannschaft wichtig, um den Profis nach Verletzungen wieder Spielpraxis zu geben. Janik Haberer, Wooyeong Jeong, Marco Terrazzino, Manuel Gulde, Lukas Kübler und Amir Abrashi haben hier Kontakte gesammelt.

Für Preußer jedenfalls steht fest: "Wir sind auf einem ordentlichen Weg. Jetzt wollen wir in der Vorbereitung nochmal einen Schritt nach vorne machen und erfolgreich ins neue Jahr starten."