Hochschwarzwald

Beim Isetta-Jahrestreffen in Hinterzarten werden 150 Knutschkugeln erwartet

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Do, 19. August 2021 um 14:02 Uhr

Hinterzarten

Sie ist ein Klassiker der 1950er: die BMW Isetta, im Volksmund auch Knutschkugel genannt. Am Wochenende kommen rund 150 Fahrer dieses Oldtimers zum Jahrestreffen nach Hinterzarten.

"Macht hoch die Tür" heißt es mitten im Sommer in Hinterzarten, wenn am Wochenende die ersten von 150 Oldtimern der Marken Isetta, BMW 600 und BMW 700 eintreffen. Ihren Spitznamen in Anspielung auf das Adventslied erhielten die Kleinwagen aufgrund einer ungewöhnlichen Konstruktion – der aufklappbaren Fronttür. Im Volksmund werden die Gefährte auch gerne als Knutschkugeln bezeichnet.



Die Oldtimer-Fahrer sind Teilnehmer des 44. Jahrestreffens des Isetta Clubs Deutschland vom 20. bis 22. August im Schwarzwaldkurort stattfindet. Fans können die Kleinwagen am Samstag, 21. August, auf der Kirchwiese bestaunen.

Zentrum des Treffens ist das von Eberhard Rauschnabel, Geschäftsführer eines Ingenieurbüros in Karlsbad, sanierte Hotel Lafette direkt an der B 31. Dort erledigen die Teilnehmer alle Formalitäten. Vorgesehen sind Ausfahrten, Grillabende, ein Teilemarkt sowie eine geführte Tour am Samstag, die mit der Ausstellung auf der Kirchwiese ausklingt.



1300 Mitglieder weltweit

Nach der am Sonntag um 10 Uhr beginnenden Mitgliederversammlung ist die Heimfahrt angesagt. Ein optisches Glanzlicht dürfte die Ausstellung einer BMW-Isetta auf dem Aufzugsdach der Lafette sein. Am Freitag soll der Kleinwagen von einem Kran empor gehievt werden.

Der Isetta Club wurde 1977 während eines Treffens beim Kleinwagen-Museum in Störy/Niedersachsen von 18 Isetta-Fahrerinnen und -Fahrern als Interessensgemeinschaft gegründet.



1982 erfolgte die Eintragung als Verein, der heute mehr als 1300 Mitglieder weltweit zählt. Er setzt sich für die Pflege, Erhaltung und Wiederherstellung der Fahrzeuge ein. Auch die italienische Iso-Isetta, die Isetta of Great Britain und die französische Version Velam-Isetta zählen dazu. Die BMW Clubstruktur gliedert sich in die Sektionen Europa, Amerika und Asien-Pazifik-Afrika. Die BMW Isetta war ein Rollermobil, das von 1955 bis 1962 gebaut wurde. Der luftgekühlte Einzylinder-Viertaktmotor hatte anfangs 254 Kubikzentimeter Hubraum mit zwölf PS.

Prominenter Schirmherr
In Sichtweite zum Tagungsort liegt das Seminar-Hotel Sonnenhof. Biathlet Benedikt Doll wuchs am Rößleberg auf. Der 31-jährige Sprint-Weltmeister und mehrfache Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erhielt von Barbara und Eberhard Rauschnabel, die in Hinterzarten ihren Zweitwohnsitz haben, sowie Vorstandsmitglied Michael Holzwarth vom Isetta-Club eine Einladung zum Kennenlernen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Isetta-Club und der Trainingsalltag eines Leistungssportlers. Das nächste große sportliche Ziel des Biathleten sind die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

"Benni erhält viele Anfragen und Einladungen und prüft diese genau", erzählte Eberhard Rauschnabel. "Bei uns hat er spontan zugesagt, die Schirmherrschaft zu übernehmen." Der 63-jährige Hauptorganisator des Treffens vermutet: "Wir haben ihn schon ein wenig infiziert – die 300er Standard steuerte er jedenfalls souverän." Doll habe sich sehr für die Dyna-Startanlage, die Vergaser sowie Zwischengas und andere Details der Isetten interessiert, obwohl zu seiner Generation eher Allradantrieb, Automatikgetriebe und Einspritzsysteme sowie Katalysatoren gehören.



Beim Treffen in Hinterzarten wird Doll mit der Biathlon-Nationalmannschaft bereits im Trainingslager Villard-de Lans bei Grenoble trainieren. Rauschnabel: "Wir werden versuchen, während unserer Mitgliederversammlung eine Liveschaltung nach Frankreich hinzu bekommen."

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