Fluchtpunkt

Die Natur erfühlen

Sarah Schädler,

Von Sarah Schädler &

Sa, 09. November 2019

Reise

Eine Reise zu sich selbst

Barfuß fühlt sich die Welt irgendwie anders an. Die ersten Schritte sind noch etwas unbeholfen. Ich ertaste, fühle, spüre das Terrain mit meinen Füßen. Es kitzelt, manchmal pikst es. Jetzt im Herbst ist es auch ein wenig kalt. Vorsichtig bewege ich mich voran, immer in Erwartung auf den nächsten Schritt. Wie verändert sich der Untergrund? Hat sich da gerade etwas bewegt? Mein großer Zeh streift einen Grashalm, ein Stöckchen aus Holz. Ich bekomme Gänsehaut, während mein anderer Fuß im feuchten Moos versinkt. Ein Wechselbad der Gefühle. Mein Körper verschmilzt mit meiner Umgebung, die Grenzen verschwimmen, ich tauche ein und gehe weiter – ganz langsam, ruhig und doch gespannt. Die bunten Blätter der Bäume rascheln im Wald, mein Atem beruhigt sich und verschmilzt mit dem Rhythmus meiner Schritte. Zeit spielt keine Rolle. Ich bade in der Natur. Schuhe und Socken habe ich unter einer alten Buche zurückgelassen. Von dort führt mich mein Weg... wohin eigentlich? In die Stille – und zu mir. Mit jedem Schritt ein klein bisschen mehr.
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Autoren der Badischen Zeitung

über ihre Lieblingsplätze.