Fluchtpunkt

Beim Waldbaden kann man die Natur im Wald erfühlen

Sarah Schädler

Von Sarah Schädler

Fr, 08. November 2019 um 11:53 Uhr

Reise

Eintauchen in die Natur, das lässt sich beim Waldbaden. Für Manchen ist es eine Reise zu sich selbst. Barfuß geht es durchs Unterholz – ein Wechselbad der Gefühle.

Barfuß fühlt sich die Welt irgendwie anders an. Die ersten Schritte sind noch etwas unbeholfen. Ich ertaste, fühle, spüre das Terrain mit meinen Füßen. Es kitzelt, manchmal pikst es. Jetzt im Herbst ist es auch ein wenig kalt. Vorsichtig bewege ich mich voran, immer in Erwartung auf den nächsten Schritt. Wie verändert sich der Untergrund? Hat sich da gerade etwas bewegt?

Mein großer Zeh streift einen Grashalm, ein Stöckchen aus Holz. Ich bekomme Gänsehaut, während mein anderer Fuß im feuchten Moos versinkt. Ein Wechselbad der Gefühle. Mein Körper verschmilzt mit meiner Umgebung, die Grenzen verschwimmen, ich tauche ein und gehe weiter – ganz langsam, ruhig und doch gespannt. Die bunten Blätter der Bäume rascheln im Wald, mein Atem beruhigt sich und verschmilzt mit dem Rhythmus meiner Schritte. Zeit spielt keine Rolle.

Ich bade in der Natur. Schuhe und Socken habe ich unter einer alten Buche zurückgelassen. Von dort führt mich mein Weg... wohin eigentlich? In die Stille – und zu mir. Mit jedem Schritt ein klein bisschen mehr.
(An dieser Stelle schreiben Autoren der Badischen Zeitung über ihre Lieblingsplätze.)