Bestens umsteigen vom Fahrrad in Bus und Bahn

Hans-Peter Müller

Von Hans-Peter Müller

Fr, 07. Februar 2020

Staufen

Staufen weiht die neue Mobilitätsstation am Bahnhof ein.

STAUFEN. Es ist eines jener Leuchtturmprojekte, wie sie Stadtobere gerne einweihen, nicht nur weil die integrierte LED-Beleuchtung durch Solarzellen auf dem Dach gespeist wird. Zufrieden sind bei der Einweihung der neuen Mobilitätsstation am Staufener Bahnhof alle.

Michael Benitz, der Bürgermeister, freut sich darüber, dass alles nicht so teuer wurde, wie zwischenzeitlich befürchtet.

Bürgermeisterstellvertreter Helmut Zimmermann ist sichtlich stolz auf das per Video überwachte, schmuck dastehende Gebilde aus Stahl und Photovoltaikelementen und erntet viel Lob für sein Engagement bei der Umsetzung.

Geschäftsführer Jochen Fischer sieht hier die auf Nachhaltigkeit angelegte Geschäftspolitik seiner Stadtwerke Müllheim-Staufen "mustergültig" umgesetzt.

Ato Ruppert, Technikvorstand der Bürgerenergie Südbaden (BEGS) freut sich über eine neue Photovoltaikanlage im Portfolio.

Und selbst die in letzter Zeit etwas reservierten ehemaligen Mitglieder des Arbeitskreises Klimaschutz, von denen vor allem Heinrich Hecker und Manuel Timm das Projekt maßgeblich vorangetrieben haben, lassen sich zu der überaus gelungenen Umsetzung eines ihrer Herzensanliegen gerne gratulieren.

Ganz zu schweigen natürlich von den vielen Gemeinderäten, unter denen naturgemäß diejenigen von Umweltliste/Die Grünen fast vollzählig anwesend und zusammen mit einigen Schaulustigen überaus heiter gestimmt sind.

Sie haben allesamt auch guten Grund für die allseitige Zufriedenheit: Ursprünglich hatte man mit 100 000 Euro für die Anlage am Bahnhof gerechnet, die Fahrradverkehr optimal mit dem ÖPNV der Münstertalbahn und der vielen hier ankommenden und abgehenden Buslinien verknüpfen soll. Eine erste Ausschreibung lag dann allerdings bei weit über dem doppelten Preis.

Daraufhin entschloss man sich, die Planung und Durchführung in die eigenen städtischen Hände zu nehmen, unter tätiger Hilfe des ebenfalls überschwänglich gelobten Bauhofs. Letztlich kostete die Mobilitätsstation dadurch nur rund 125000 Euro, von denen zudem Land und Bund rund 60 000 Euro zuschießen.

Dafür gibt es nun ein Dutzend abschließbare Fahrradboxen mit je zwei Stellplätzen, die für ein Jahr gemietet werden können und "so stadtwerks-grasgrün sind, dass man sie gut von der Burg aus sehen kann", so Bürgermeister Benitz.

Weitere 36 Fahrräder können an Bügeln überdacht abgestellt und angeschlossen werden. Und in sechs Schließfächern kann man Helme hinterlassen und an integrierten Stromanschlüssen abnehmbare Akkus von E-Bikes aufladen. Den Strom dazu sponsern die Stadtwerke. Durch die knapp 80 Quadratmeter Photovoltaikzellen auf dem Dach werden knapp 12 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt und damit rund 6,4 Tonnen CO2- eingespart. Grünes Herz, was willst du mehr.