Heim-Titelkämpfe in Oberhof

Biathlon-WM mit drei Schwarzwälderinnen und Schwarzwäldern

Andreas Strepenick, dpa

Von Andreas Strepenick & dpa

Di, 24. Januar 2023 um 10:14 Uhr

Biathlon

Gleich drei Biathletinnen und Biathleten aus dem Schwarzwald starten bei der Heim-WM in Oberhof: Janina Hettich-Walz, Benedikt Doll und Roman Rees. Kommt noch ein Kirchzartener hinzu?

Janina Hettich-Walz vom SC Schönwald, Benedikt Doll von der Skizunft Breitnau und Roman Rees vom SV Schauinsland stehen im Aufgebot für die Weltmeisterschaft der Biathletinnen und Biathletinnen in Oberhof. Dass gleich drei Schwarzwälderinnen und Schwarzwälder vom 8. bis 19. Februar in Thüringen antreten dürfen, ist ein Beleg für die jahrzehntelange Aufbauarbeit in der Region.

Lucas Fratzscher kämpft noch ums WM-Ticket

Es könnte sogar noch ein vierter Starter hinzukommen, der in Südbaden lebt: Lucas Fratzscher aus Kirchzarten, ein gebürtiger Thüringer vom WSV Oberhof. Er kämpft zusammen mit Philipp Nawrath und Philipp Horn bei der Europameisterschaft im schweizerischen Lenzerheide in dieser Woche um das letzte Ticket für die Heim-WM.

"Seit Oktober 2021 bin ich fester Bestandteil der Trainingsgruppe am Notschrei", schreibt Fratzscher über sich selbst. Die Gruppe wird gecoacht von Roman Böttcher. Fratzscher ist 28 Jahre alt und seit mehr als 15 Jahren im Biathlon aktiv. Sein bislang größter Erfolg ist der Gewinn der Gesamtwertung des zweitklassigen IBU-Cups in der Saison 2019/2020.

Im Feld der Frauen nominierte der Deutsche Ski-Verband außerdem Denise Herrmann-Wick (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Hanna Kebinger (SC Partenkirchen), Sophia Schneider (SV Oberteisendorf), Vanessa Voigt (SV Rotterode) und Anna Weidel (WSV Kiefersfelden). Bei den Männern gehen neben Doll und Rees auch Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl), Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg) und David Zobel (SC Partenkirchen) ins Rennen. Wer sechter Mann wird, soll spätestens am 6. Februar feststehen.

Hettich-Walz gewann schon WM-Staffel-Silber

Die 26 Jahre alte Schwarzwälderin Janina Hettich-Walz erlebt nicht ihre ersten Welttitelkämpfe bei den Aktiven. Seit 2019 darf sie immer wieder auch im Weltcup starten, der bislang größte Erfolg ihrer Karriere ist der Gewinn der Silbermedaille mit der Staffel bei der Weltmeisterschaft 2021 im slowenischen Pokljuka. Sie trainiert wie Lucas Fratzscher mit der Gruppe von Trainer Roman Böttcher am Notschrei.

Für die 25 Jahre alte Hanna Kebinger aus Garmisch-Partenkirchen hingegen geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Sie startet erstmals bei einer Aktiven-WM. Dabei hat sie in dieser Saison erst drei Rennen im Weltcup bestritten und die komplette WM-Norm nicht erfüllt. Kebinger rückt für Franziska Preuß ins Aufgebot. Die ehemalige Staffelweltmeisterin hatte zwar die interne Qualifikationsvorgabe erfüllt, aber aufgrund ihrer anhaltenden gesundheitlichen Probleme am Montag ihr vorzeitiges Saisonende verkündet.

"Das gibt mir unglaublich viel Motivation." Hanna Kebinger
Kebinger hatte bei der WM-Generalprobe in Antholz mit einer halben Norm als Zehnte der Verfolgung sowie einer starken Staffel-Vorstellung aufhorchen lassen. Dabei hatte die Athletin bisher eine schwierige Saison. Im vergangenen November wurde sie bei der Qualifikation für den IBU-Cup krank, lief trotzdem und musste danach zwei Wochen komplett aussetzen. Dann startete sie im unterklassigen Deutschland-Pokal, ehe sie vor Kurzem beim zweitklassigen IBU-Cup in Pokljuka einen Sieg und zwei zweite Plätze holte.

"Ein Kindheitstraum würde wahr werden", hatte Kebinger am Sonntag nach ihrem starken Auftritt als Staffel-Schlussläuferin mit Blick auf eine WM-Teilnahme gesagt. Da war aber erst einmal nur klar, dass sie mit zur direkten Vorbereitung fährt. Mit ihrer Geschichte wolle sie auch anderen Mut machen. "Bei mir sieht man, dass alles möglich ist, dass man vom Deutschland-Pokal noch bis zur WM-Vorbereitung kommen kann. Das gibt mir unglaublich viel Motivation und andere können sehen, dass es möglich ist."