Klimaschutz

Bitte mehr Präsenz der Jungen im Naturschutz

Armin Dierolf

Von Armin Dierolf (Bahlingen)

Fr, 15. März 2019

Leserbriefe

Zu: "Darum streiken wir fürs Klima", Beitrag von Charlot Behrens, Gina Kutkat und Anika Maldacker (fudder, 7. März)

Es ist ja schön und gut, wenn Schüler und Jugendliche plötzlich ein Bewusstsein für Natur und Umwelt entwickeln. Aber wie der alte Herr Kästner schon sagte: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."

Ich bin seit Jahrzehnten an meinem Wohnort in der örtlichen BUND-Gruppe aktiv. Schon einige Male war der Fortbestand dieser Gruppe in Frage gestellt, weil uns der Nachwuchs fehlte. Alle diesbezüglichen Aufrufe und Aushänge haben nichts gefruchtet, auch nicht die Mund-zu-Mund-Propaganda der Mitglieder. Kaum ein junger Mensch fand sich bereit, dauerhaft bei uns aktiv zu werden. Ich nehme an, dass andere Naturschutzgruppen ähnliche Probleme haben. So wie die jungen Menschen jetzt drauf sind, müssten sie ja in Scharen zu uns strömen. Man darf gespannt sein. Bei mir überwiegt die Skepsis. Denn es ist ja einfacher, einem momentanen, medienwirksamen Hype hinterherzulaufen und dabei noch dem Schulunterricht zu entkommen, als sich aktiv im praktischen Naturschutz zu engagieren. Unsere Aktivitäten beschränken sich aber nicht auf den praktischen Natur- und Umweltschutz, wir sind auch (gemeinde-)politisch tätig.

Es bleibt abzuwarten, wie diese jungen Leute ihr Leben gestalten, wenn sie in ihrem Beruf gut verdienen. Ob sie dann zugunsten der Natur und Umwelt ein bescheidenes Leben führen oder lieber mit dem SUV unterwegs sind, jährlich eine Fernreise unternehmen, Ski fahren? Mehr Präsenz der Jungen im Umwelt- und Naturschutz hätte auf Dauer meines Erachtens bessere Signalwirkung als ein Schülerstreik, der nur so lange interessant ist, bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird. Armin Dierolf, Bahlingen