Boom oder Krise auf dem Bau?

dpa

Von dpa

Di, 19. Mai 2020

Wirtschaft

Tarifverhandlungen beginnen.

BERLIN (dpa). Viele Branchen leiden unter der Corona-Krise – auch der Bau? Vor der am heutigen Dienstag startenden Tarifrunde sind Arbeitgeber und Gewerkschaft darüber deutlich unterschiedlicher Meinung. "Der Boom geht weiter", heißt es bei der Industriegewerkschaft Bauen-Agar-Umwelt (IG BAU). "Die Lage der Branche ist ernst", widersprechen die Arbeitgeber. Damit dürfte ein zähes Ringen im Namen der 850 000 Beschäftigten beginnen.

"Am Bau gibt es keinen Einbruch durch Corona", verkündete noch vor wenigen Tagen Carsten Burckhardt, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft. Im Gegenteil: "Die Auftragsbücher sind voll, und es wird flächendeckend gearbeitet." Die Gewerkschaft sieht deshalb keinen Grund, von ihren Forderungen abzuweichen, die sie schon vor der Corona-Krise festgelegt hatte: ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent, mindestens aber 230 Euro monatlich, außerdem ein Wegegeld für die Anreisezeit zur Baustelle.

"Klar laufen die meisten Baustellen noch weiter", gestehen die Arbeitgeber zu. Aber es koste die Unternehmen viel Geld, die Corona-Regeln einzuhalten, klagt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Fast der Hälfte der Betriebe seien Aufträge storniert worden, es gebe Kurzarbeit und Entlassungen.