Migration

Botschaft des deutschen Arbeitsamts in Tunesien: Bleibt mal lieber zu Hause

Hannes Koch

Von Hannes Koch

Di, 03. April 2018 um 21:43 Uhr

Ausland

BZ-Plus Tunesiens Ruf hat gelitten, spätestens seit Attentäter Anis Amri. Mit deutscher Entwicklungshilfe sollen nun moderne Arbeitsplätze entstehen – damit Menschen vor Ort eine Perspektive haben.

Aymen Sassi ärgert sich. "Ich war dumm", sagt der 28-Jährige. Den Sprung nach Deutschland hat er vergeigt. Doch Scheitern und Erfolg liegen nah beieinander. Einen Moment später ist er froh: "Gott sei Dank habe ich eine neue Arbeit – alles gut." Sassi lernt Deutsch. Er hat das Niveau A2 erreicht – gute Grundkenntnisse. Mit Basecap, schwarzer Jacke, roten Socken und grünen Sportschuhen sitzt er im Deutsch-Tunesischen Zentrum in Tunis, einer Art deutschem Auslandsarbeitsamt in Nordafrika. Eine ruhige Nebenstraße im Zentrum der Hauptstadt des nordafrikanischen Landes. Am gegenüberliegenden Bordstein ist ein Auto vor einer Werkstatt aufgebockt, die Beine des Mechanikers schauen unter dem Motor hervor.
Das Ladenlokal im Erdgeschoss hat Fliesenboden, drei helle Schreibtische stehen dort. Die Mitarbeiterinnen links und rechts finanziert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) der Bundesregierung. In der Mitte arbeitet eine tunesische Kollegin. Sassi erzählt seine Geschichte. Als er das Universitäts-Diplom für Tourismus in der Tasche hatte, verübten 2015 islamistische Terroristen tödliche Anschläge auf Hotels und Museen. Millionen Europäer verzichteten deshalb auf Reisen nach Tunesien, in der Fremdenverkehrsbranche verschwanden viele Arbeitsplätze.
Kann das funktionieren?
Auch Sassi verlor seinen Job. Dann erfuhr er über Facebook vom deutschen Auslandsarbeitsamt. CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller ist stolz auf diese Institution, die er vor einem Jahr in Tunis gründen ließ. Sie soll dazu beitragen, die Einwanderung von Afrika nach Europa zu vermindern. Kann das funktionieren? Die Mitarbeiterinnen des ...

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