Nach einem Jahr ohne Konzerte gilt Hoffen auf 2021

Susanne Filz

Von Susanne Filz

Mo, 30. November 2020

Breitnau

Jugendhilfeeinrichtung Timeout hätte Anforderungen nicht erfüllen können / Es geht nicht um Geld, sondern um Aufmerksamkeit.

. Kein einziges Konzert hat in diesem Jahr im Veranstaltungsreigen der Breitnauer Jugendhilfeeinrichtung Timeout stattgefunden, weder im Festsaal des Hofguts Rössle noch im Wirtshaus am Thurner. "Wir hatten die Programmhefte gerade aus der Druckerei bekommen, als der Shutdown kam", berichtet Hubert Schwizler, Lehrer der Einrichtung und verantwortlich für die Kulturprogramme, mit denen Timeout Breitnau acht Veranstaltungen anbieten wollte.

Auch als die strengen Bestimmungen der ersten Corona-Monate schließlich wieder gelockert wurden und Konzerte unter Auflagenmöglich gewesen wären, musste die Einrichtung passen. "Die Anzahl der erlaubten Besucher hätten wir einhalten können, doch einige weitere Hygienevorschriften konnten wir leider nicht erfüllen", erklärt Schwizler: "Allein schon auf dem Weg von den Zuhörerplätzen zu den Sanitärräumen wäre es aus gewesen mit den Abständen."

Mit dem Jahresprogramm 2020 hatte man sich in den Nessellachen besonders viel Mühe gegeben, unter anderem sollten darin das Hölderlin- und das Beethoven-Jubiläum gewürdigt werden.

Finanziell sind die ausgefallenen Veranstaltungen für die Einrichtung kein Problem, schließlich sind die Angebote reines Ehrenamt. Zwar habe es schon ausgebuchte Veranstaltungen und entsprechende Einnahmen gegeben, etwa die Konzerte mit dem in Freiburg sehr bekannten Rahmentrommler Murat Coskun, mit Geigerin Anna Katharina Schreiber (Freiburger Barockensemble) oder Boogie- und Blues-Pianist Thomas Scheytt. "Im Schnitt sind die Zuschauerzahlen aber überschaubar", sagt Schwizler.

Den Veranstaltungsbetrieb versteht er vor allem als Unterstützung der eigentlichen Arbeit: "Die Konzerte sind auch Öffentlichkeitsarbeit für die Jugendarbeit." Trotzdem haben die Konzerte, etwa die kleinen, aber feinen klassischen Konzerte im Festsaal des Hofguts Rössle treue Fans. "An diesen abgelegenen Ort kommt keine Laufkundschaft", erläutert Schwizler. Was dem Stammpublikum – Musikbegeisterte etwa auch aus Freiburg und Kirchzarten – besonders gut gefalle, sei die intime Konzertsituation der sonntäglichen Matineen, bei denen Besucher und Musiker nach dem Konzert miteinander ins Gespräch kommen können.

Was den Veranstaltern des Breitnauer Timeout-Kulturprogramms, hätte es stattgefunden, auch ohne Corona schmerzlich gefehlt hätte, ist der Konzertflügel im Festsaal, der Pianisten früher bei Auftritten zur Verfügung stand (die BZ berichtete). Der Flügel war eine Leihgabe, die der Besitzer im Frühjahr wieder zu sich geholt hat. Seitdem wendet sich Schwizler an Gönner und Stiftungen um finanzielle Hilfe beim Kauf eines eigenen Konzertflügels. Man sei derzeit im Gespräch mit einem Flügelbauer, der das Timeout-Kulturprojekt sehr unterstütze, aber "wir sind finanziell noch nicht am Ziel."

Für 2021 rechnet Hubert Schwizler noch nicht mit einem Programm im Umfang der vergangenen Jahre, Impfstoff hin oder her. Er hofft aber, dass einzelne Veranstaltungen angeboten werden können. In einer Sache hat er jedenfalls Hoffnung: "Am fehlenden Tasteninstrument wird das Programm wohl nicht scheitern."