Quelle unterbrochen

Brunnen in der Lörracher Innenstadt hängen am Trinkwassernetz

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Do, 08. April 2021 um 05:57 Uhr

Lörrach

Die alte Quellleitung ist seit 2018 unterbrochen. Die Brunnen in der Lörracher Innenstadt fließen aber wieder. Die Stadt zapft dafür das Trinkwassersystem an. Trinken sollte man das Wasser nicht.

Seit einer Woche fließen zur Freude der Menschen wieder alle Brünnlein in der Stadt. Was man nicht sehen kann: Die historischen Laufbrunnen in der Innenstadt, die üblicherweise an das Quellleitungsnetz "Am Stadtgraben/ Gretherhof" angeschlossen werden, hängen wie bereits im vergangenen Jahr am Trinkwassernetz. Aufgrund von Schäden im Bereich des Quellsammlers und der Leitungen ist die Versorgung dieser Brunnen nämlich seit 2018 unterbrochen.

Um den Menschen vor allem in den Sommermonaten das kühle Nass in der Innenstadt nicht vorzuenthalten, wurden die Stadtwerke erneut damit beauftragt, die sechs sich dort befindlichen historischen Laufbrunnen von Anfang April bis Ende September mit Trinkwasser zu speisen. Lediglich der Ziegelhüttenbrunnen (Schützenstraße) kann aufgrund der Druckverhältnisse von diesem Einspeisepunkt aus nicht versorgt werden. Nach den Gesundheitsvorschriften ist das Wasser aus den Brunnen trotzdem nicht zum menschlichen Verzehr zugelassen. Der tägliche Betrieb der Brunnen ist auf die Zeit von 8 Uhr bis 21 Uhr begrenzt.

Leitungen sollen instand gesetzt werden

Die beteiligten Fachbereiche (Stadtwerke und Grundstück- und Gebäudemanagement) verfolgen, wie die Pressestelle des Rathauses auf Anfrage erklärte, weiterhin den Plan, die historischen Leitungen instand zu setzen. Dieses komplett zu erneuern, dürfte hohe Kosten verursachen, denn das Quellleitungsnetz der Stadt ist insgesamt 17 Kilometer lang. 2019 ging man im Rathaus davon aus, dass das vermutlich 1,2 Millionen Euro kosten würde. Der im Jahr 2018 aufgetretene Schaden konnte bis heute nicht behoben werden.

Doch auch die für dieses Jahr noch einmal gewählte Alternative, die innerstädtischen Brunnen mit Trinkwasser zu betreiben, verursacht hohe laufende Kosten. Unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Sätze fallen jährlich Trinkwassergebühren in Höhe von etwa 27.700 Euro sowie etwa 23.800 Euro an Abwassergebühren an. Hinzu kommen einmalige Investitionskosten in Höhe von 3000 Euro. Die Brunnen im Stadtbereich - das sind die Brunnen beim C&A (Bahnhofstraße), der Kronenbrunnen (Tumringer Straße/Basler Straße), der Marktbrunnen (Alter Markt), der Hirschenbrunnen (Turmstraße), der "Kreislauf des Lebens"-Brunnen (Tumringerstraße) und der Viehmarktbrunnen (Engelplatz) - mit Quellwasser zu betreiben ist aber auch eine Sache des schonenden Umgangs mit Trinkwasserressourcen. Gerade ist man im Rathaus dabei, ein umfassendes Handlungskonzept zur Sanierung der Schadstelle im Quellleitungsnetz zu erstellen.

Die übrigen Brunnen in der Stadt und den Ortsteilen können weiterhin durch den Anschluss an das Quellleitungsnetz betrieben werden. Auch diese laufen seit dem 1. April wieder.