BZ-Interview

Bürgerinitiativen: Urdemokratisch oder einfach nur egoistisch?

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Do, 04. Januar 2018 um 15:36 Uhr

Südwest

BZ-Plus Bürger lassen sich heute nicht mehr jede Entscheidung gefallen, sagt Jan-Hendrik Kamlage. Der Soziologe forscht zur Partizipationskultur und findet: Politik muss gut begründet sein – sonst gibt es berechtigten Protest.

Sie wollen mitreden: Menschen in Freiburg und der Region schließen sich zu Bürgerinitiativen zusammen. Dabei muss es nicht um Protest gegen Großprojekte gehen, auch zu sehr lokalen Themen bringen Menschen ihre Meinung ein. Aber gibt es heute mehr Bürgerinitiativen als früher? Und geht es ihnen um Mitsprache oder um Verhinderung? Ein Blick von außen soll zur Einordnung beitragen.
BZ: Gibt es heute mehr Bürgerinitiativen als früher?

Kamlage: Ja, es spricht Einiges dafür, genaue Zahlen gibt es dazu leider nicht. Klar ist, dass die Entwicklung der Bürgerinitiativen und anderer Engagementformen Teil eines größeren gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Beteiligung ist, der sich über die letzten Jahrzehnte hinzieht. Überspitzt kann man sagen, die ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren noch geprägt von einem starken Untertanentum. Heute reden wir hingegen von Aktivbürgern und kritischen Demokraten. Menschen, die sich verstärkt einbringen und informieren über politische Entscheidungen.

"Mit dem Internet können sich Bürger einfach vernetzen, austauschen und organisieren. Bürgerinitiativen können sich so viel ...

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