Packaktion in der Lenzkircher Festhalle

Bundesverband Kinderhospiz packt 650 Weihnachtspäckchen für schwerkranke Kinder

Wolfgang Scheu

Von Wolfgang Scheu

Do, 21. November 2019 um 17:48 Uhr

Lenzkirch

Mehr als 100 freiwillige Helfer bringen bei einer gemeinsamen Packaktion in Lenzkirch 650 Pakete an Familien mit schwerstkranken Kindern in ganz Deutschland auf den Weg.

So stellte man sich als Kind die Zentrale vom Weihnachtsmann vor, die sagenhafte Geschenkzentrale: Überall stehen Stapel und Kisten mit Spielsachen, Büchern, Stofftieren, Gesundem und Süßem. Doch die mehr als eifrigen, unermüdlichen Helfer sind keine Wichtel und sie waren auch nicht am Nordpol.

Es ist Mittwochnachmittag und in der Lenzkircher Festhalle helfen mehr als 100 Freiwillige den Mitarbeitern vom Bundesverband Kinderhospiz mit Sitz in Lenzkirch, die alle Jahre wieder Weihnachtspakete an Familien mit schwerstkranken Kindern und Jugendlichen packen und versenden.

"Gerade, wenn man nicht weiß, wie viele Weihnachtsfeste man noch miteinander feiern darf, ist jeder gemeinsame Moment des Glücks besonders wertvoll", sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. Und genau dies schaffen die freiwilligen Helfer aus allen Lenzkircher Ortsteilen, aus Titisee-Neustadt, Rötenbach, Gündelwangen und vielen anderen Orten nun schon im Vorfeld bei Sabine Kraft. Eine Helferin aus Eggingen bringt die gemeinsame Motivation auf den Punkt: "Uns geht’s gut und wir haben gesunde Kinder."

Die Pakete sind groß und nach der liebevollen Auswahl der Helfer individuell bis zum Rand gefüllt. Doch es ist nicht immer leicht für die Helfer in der Festhalle, die positive Energie und die gute Laune zu behalten. Ist ein Paket gefüllt und verschlossen, geht es an die Kartei mit einem neuen Wunschzettel.

650 Pakete werden versendet

Einer der Helfer schaut betroffen: "Ein 13-jähriger blinder Bub, was pack’ ich da ein?" fragt er sich und macht sich auf den Weg zwischen die Berge von Waren in der Halle, vorbei an einer Lenzkircherin, die ein Paket für eine junge Familie mit gleich drei sterbenskranken Kindern packt.

Für Alexandra Fluck, Projektkoordinatorin und Ansprechpartnerin der vom Kinderhospiz betreuten Familien ist es die vierte Weihnachtsaktion. "Vor vier Jahren waren es 300 Pakete, in diesem Jahr werden es 650 Pakete sein, die vom Paketdienst GLS kostenfrei zu den Familien gebracht werden", berichtet sie.

Sie packt natürlich selbst kräftig mit an, von der Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort,von den vielen privaten Spendern und den vielen Geschäftsleuten ist sie überwältigt.

7000 Söckchen sind gestrickt worden

Auf der Bühne der Festhalle ist eine wahre Weihnachtswerkstatt eingerichtet, eine besondere Adventskalender-Produktion ist noch in vollem Gange. Geübte Hände sind mit Häkelnadeln und Schnur dabei, Tausende von handgestrickten Socken zu 24 Stück zusammenzufassen, jeder einzelne wird mit einer kleinen Überraschung versehen. Eine Niedersächsin hatte die Idee. Als sie hörte, dass alle betroffenen Familien sich über einen solchen freuen würden, hat sie kurzerhand ihre Kontakte aktiviert und flugs hatten 40 fleißige Damen mehr als 7000 Söckchen gehäkelt und gestrickt und nach Lenzkirch geschickt, wo sie nun zusammengefügt und befüllt werden.

Annemarie Hagmayer und Heike Herd-Reppner von der Ravensburger AG bringen 500 Kinderbücher vorbei, damit sie noch in die Pakete kommen. "Abschied, Tod und Trauer" heißt der neue Band aus der Reihe "Wieso?Weshalb?Warum?" Es soll trauernden Kindern und Familien helfen und zur Seite stehen.

Doch jetzt soll erst einmal eine Zeit der Freude kommen und dabei sollen die Weihnachtspakete aus Lenzkirch einen Beitrag leisten.