Geldanlage

BZ-Telefonaktion: Wie kann man der Krise am Finanzmarkt erfolgreich trotzen?

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Mi, 18. März 2020 um 16:58 Uhr

Wirtschaft

Was sollen Anleger tun, wenn die Aktienkurse auf breiter Front wegen der Coronakrise absacken? Fünf unabhängige Vermögensverwalter gaben bei der BZ-Telefonaktion Tipps für Sparer.

Telefonaktion und Chat sind mittlerweile beendet – hier das Protokoll zum Nachlesen
Claus Walter vom Freiburger Vermögensmanagement beantwortet die Fragen, welche den BZ-Leser am Herzen liegen. Sie können per E-Mail an die Adresse
telefonaktion@badische-zeitung.de
Fragen stellen, die dann hier beantwortet werden.

Sie können auch per Telefon Fragen stellen:

Jürgen Schwab,
Financial Planning, Freiburg
Tel.  0761/496 9801

Rainer Laborenz,
Azemos Vermögensmanagement, Offenburg,
Tel. 0761/496 9802

Udo Winterhalder
GFA Vermögensverwaltung, Herbolzheim,
Tel.  0761/496 9803

Ralf Streit
Freiburger Vermögensmanagement,
Tel.  0761/496 9804

Hier die Fragen und Antworten:


Hallo, wäre es richtig das Geld in Gold anzulegen statt Sparbuch?
Edelmetalle können als Beimischung in einem Vermögensmix durchaus einen sinnvollen Beitrag zur Stabilität leisten. Es kann auch sinnvoll sein, eine Art Notgroschen schnell verfügbar auf dem Sparbuch zu haben, obwohl es dort quasi keinen Zins mehr gibt. Allerdings nur in Gold zu investieren, hat seine ganz eigenen Risiken und taugt auch nur noch bedingt als Krisengegenpol. Aktuell führte zum Beispiel der parallel sinkende Ölpreis zu einer geringeren Goldnachfrage aus Russland und der Edelmetallpreis sank trotz Krisenstimmung. Und nur auf das Sparbuch zu vertrauen, das derzeit weniger Zins abwirft als Kaufkraft durch die Inflation verloren geht, vernichtet langfristig ganz sicher Vermögen. Wir raten deswegen trotz der derzeitig angespannten Lage zu einer strategischen Vermögensallokation, wozu auch Aktien- und Anleihen als wichtige Bausteine gehören.

Guten Tag, ich habe 10.000€ hier (DekaBank Express-Zertifikat Relax 07/2024 bezogen auf den EURO STOXX 50) angelegt. Stand heute ist der Wert nur noch ca. 7000€. Was soll ich machen? Erholt sich der Kurs langfristig wieder?
Sie haben hier ein relativ komplexes Produkt gewählt. Kurz zusammengefasst: Die Wahrscheinlichkeit ist massiv gesunken, dass dieses Zertifikat vorzeitig zu 100 Prozent inklusive Zins zurückbezahlt wird. Außerdem ist die Verlustwahrscheinlichkeit zum Ablauftermin in 2024 gestiegen. Aus unserer Sicht sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Berater bei der Sparkasse in Verbindung setzen.

Wie sind Geldanlagen in Indexfonds (ETFs - Exchange Traded Funds) zu bewerten?
ETFs können ein günstiges Mittel sein, um breit gestreut in Märkte zu investieren. Jedoch sollte man nicht unterschätzen, dass bei diesen passiven Produkten niemand aktiv eingreift, wenn die Börsen zur Talfahrt ansetzen. Hier haben dann doch oft von erfahrenen Managern aktiv geführte Fonds trotz der höheren Kosten Vorteile, die zum Beispiel Aktienquoten frühzeitig reduzieren oder Absicherungsstrategien einsetzen können. Im Rahmen einer ausgewogen ausgestalteten Investmentstrategie können ETFs eine sinnvoller Baustein sein, ein Allheilmittel gerade für unerfahrene Anleger sind sie aber sicher nicht.

Sehr geehrte Vermögensanlage-Fachleute, mich beschäftigt die Frage aktuell natürlich auch sehr, weil dies meine Altersvorsorge ist, Anfang nächstes Jahr gehe ich in Rente, da meine Rente nicht wirklich ausreichend ist. Ich habe seit ca. 2 Jahren einen Union-Investment-Fond, Mischfond, 40 000,00 Euro über die BBBank gekauft, der mir dort sehr ans Herz gelegt wurde zu kaufen, mit mäßigem Risiko, aufgelegt 02.05.2000. Aktueller Verlust ca. 4.000 Euro. Was soll ich tun, halten oder verkaufen?
Grundsätzlich sind Mischfonds, die verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen sowie zum Teil auch Edelmetalle und Immobilienwerte nutzen, kein schlechtes Investment. Das Risiko verteilt sich so auf mehrere Bereiche und - ohne die genaue Zusammensetzung dieses Produkt zu kennen - sollte es keinen Grund zur Panik geben. Wenn Sie die investierte Summe nicht auf einen Schlag zum Rentenbeginn brauchen, sondern über viele Jahre immer nur etwas entnehmen, dürfte sich eine solide zusammengesetzte Mischung in den nächsten Jahren auch wieder etwas erholen. Generell würden wir mit dem näher rückenden Rentenbeginn bzw. Auszahlungszeitpunkt empfehlen, den schwankungsanfälligen Anteil im Altersvorsorgemix immer weiter zu reduzieren und dafür lieber auf ein paar Renditechancen zu verzichten. Befragen Sie hierzu doch einmal Ihren Bankberater ...

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