Wir über uns

BZ-Wirtschaftschef Jörg Buteweg geht in den Ruhestand

Thomas Fricker

Von Thomas Fricker

Mi, 01. September 2021 um 11:47 Uhr

Wir über uns

Sachlichkeit war sein Markenzeichen: Jörg Buteweg, langjähriger Redaktionsleiter des Wirtschaftsteils der Badischen Zeitung, geht in den Ruhestand. Bernd Kramer übernimmt das Ressort

Nicht nur in der Politik endet eine Ära. Auch bei der Badischen Zeitung steht eine Wachablösung an. 16 Jahre lang – fast exakt die Amtszeit von Angela Merkel als Kanzlerin – leitete Jörg Buteweg das Wirtschaftsressort. Nun geht der 65-Jährige in den Ruhestand – nach fast vier Jahrzehnten.

Ein paar Auszeiten, die Buteweg sich im Laufe seines BZ-Berufslebens nahm, dürfen hier großzügig eingerechnet werden. Die erste – unmittelbar nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften, Politik und Geschichte in Freiburg und London und dem Volontariat – nutzte der gebürtige Trierer zur Promotion. Nachdem er dann wieder zur BZ gestoßen und mehrere Jahre nicht nur über die regionale Wirtschaft, sondern auch über Finanzpolitik, Technologiefragen und Umweltpolitik berichtet hatte, wurde für Buteweg die deutsche Einheit zur Verlockung. Von Berlin aus den Aufbauprozess in den neuen Ländern journalistisch zu begleiten – dafür verließ er die Redaktion ein zweites Mal. Erst abgeordnet, dann als freier Korrespondent, aber mit engen Drähten zur BZ, brachte Buteweg den BZ-Leserinnen und Lesern nahe, wie schwierig das Zusammenwachsen von Ost und West gerade auch in wirtschaftlicher Hinsicht war, bevor es ihn dann doch wieder ins Badische zog.

Nüchtern, sachlich, dabei schnörkellos argumentierend

Noch einmal sollte es Buteweg in die Ferne ziehen, zumindest ins ferne Schwaben. Ein Zwischenspiel beim Handelsblatt in Stuttgart endete schon ein Jahr später aus privaten Gründen – zum Glück, sonst hätte die BZ vielleicht niemals den Ressortleiter bekommen, der dann von 2005 nicht nur die Wirtschaftsberichterstattung prägte, sondern auch als Kommentator und Leitartikler das Profil der BZ schärfte.

Butewegs Markenzeichen dabei: eine fast schon aufregende Unaufgeregtheit. Nüchtern, sachlich, dabei schnörkellos argumentierend – diesem Stil blieb er treu, und er wurde mit den Jahren auch anderen Kollegen zum Vorbild. Als Ressortleiter war Buteweg immer auch Teamplayer und Förderer seiner Mitarbeiter. Die dankten es ihm mit Loyalität und Engagement. So wurde das Wirtschaftsressort unter Butewegs Leitung ein Aushängeschild der Zeitung.

Ein von ihm geförderter Kollege tritt in die Fußstapfen

Einer der von Buteweg geförderten Kollegen tritt nun in seine Fußstapfen. Bernd Kramer, Schwarzwälder Urgestein, übernimmt das Ressort. Kramer, Jahrgang 1968, studierte Volkswirtschaft und Politik in Heidelberg und Glasgow. Schon als Jugendlicher schrieb er als freier Mitarbeiter fürs Lokale. Ein Volontariat bei der BZ war da die fast schon logische Folge. Ein anschließender Abstecher zum damals noch neuen "Der Sonntag", für den Kramer einen Sportteil konzipierte, war schnell beendet, als bei der BZ eine Stelle im Wirtschaftsressort frei wurde. Zuletzt war Kramer dort als stellvertretender Ressortleiter tätig. Zu seinen fachlichen Schwerpunkten zählen Ordnungspolitik und finanzpolitische Fragen. Auch historisch ist er bewandert. Vor allem aber ist er ein Kenner der regionalen Wirtschaftsszene, die Deutsch-Schweiz inklusive, und darüber hinaus stark daran interessiert, mit neuen Formaten regionalen Wirtschaftsjournalismus auch digital attraktiv aufzubereiten.

Kramer steht in der BZ für Kontinuität und Innovation – und er kann dabei übrigens auf seinen Vorgänger zählen. Falls einmal Personalnot herrschen sollte, so Buteweg dieser Tage, werde er seine langjährigen Kollegen nicht hängen lassen. Was nicht heißt, dass der Neurentner nun nicht erst einmal ausgiebig seinen Hobbys – dem Bergsteigen und Gitarrespielen – frönen möchte.

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