Carola Weber löst Gerd Emmenecker ab

Werner Schnabl

Von Werner Schnabl

Sa, 22. Juni 2019

Kenzingen

Der Turnerbund Kenzingen (TBK) hat eine neue Vorsitzende / Mehr Engagement angemahnt.

KENZINGEN. Der mitgliederstärkste Verein Kenzingens hat eine neue Vorsitzende: Carola Weber beerbt Gerd Emmenecker, der nach 40-jährigem Wirken im Turnerbund bereits vor einem Jahr seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die Nachfolgersuche war dann schwerer als gedacht. "Mir liegt sehr viel daran, dass der Verein am Leben erhalten bleibt", sagte Weber.

818 Mitglieder zählt der Turnerbund, 29 waren zur Hauptversammlung gekommen. Die Turnriegen bilden mit mehr als 500 Athleten die größte Abteilung, gefolgt von halb so viel Handballern. Badminton und Volleyball sind eher Randgruppen. Emmenecker erwähnte in seinem letzten Statement die vielen Veranstaltungen des Turnerbundes Kenzingen (TBK). Diese seien mit Ausnahme der Nikolausfeier allesamt finanziell lohnend ausgefallen und zeugten von großer Akzeptanz auch in der Bevölkerung.

Der Vorstand hat sich neben der Organisation auch mit der Zukunft beschäftigt. "Der Verein darf nicht sterben", formulierte Carola Weber, die vor ihrer Wahl zur Chefin als Schriftführerin fungierte. Das Problem: Es fehle an der Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Eine düstere Zukunft prognostizierte sie für das kommende Jahr, wenn der zweite Vorsitzende, wenn Kassenwart und Schriftführer neu gewählt werden – denn noch seien Kandidaten nicht in Sicht. Nach Kassensturz von Hans Schwarz als Rechner blieb ein Reingewinn von 240 Euro – zehn Mal so viel wir vor einem Jahr, wie er scherzhaft anfügte.

Die sportliche Bilanz war positiv. 15 Turngruppen unterhält der TBK, die von 18 Übungsleitern trainiert werden. Die Nachfrage ist enorm, 81 Kinder stehen auf der Warteliste. Leider fehle es an Ausbildern. Bei den Mannschaftskämpfen wurden durchweg Mittelfeldplätze erturnt.

Die erste Handballmannschaft hat sich als Absteiger in der Landesliga einen nicht unbedingt einkalkulierten neunten Platz erspielt. Florian König habe als Trainer sehr gute Arbeit verrichtet, fasste Abteilungsleiter Jürgen Müller zusammen. Die Damen konnten den Abstieg im letzten Spiel gerade noch einmal vereiteln. Die zweite Formation muss wegen Spielerinnenmangel den Betrieb einstellen. Bei der Jugend ragten die C-Junioren mit der Vizemeisterschaft heraus.

Die Badmintonspieler mussten häufiger dezimiert antreten. Trotzdem wurde die Spielzeit zu Ende geführt, wie Ulrike Alaze betonte. Wegen des Spielermangels wird ab sofort mit Herbolzheim eine Spielgemeinschaft eingerichtet. Die Existenz ist auch bei den Volleyballern gesichert, die mit Verstärkung aus Riegel liebäugeln.

Dem Turnerbund laufen die Kosten davon: Gerd Emmeneckers letzte Amtshandlung war der Vorschlag zur Beitragserhöhung. Er konnte die Anwesenden von der Notwendigkeit überzeugen. In Zukunft zahlt jedes Mitglied einen Euro pro Monat mehr. Familien werden mit 102 Euro jährlich zur Kasse gebeten. 87 Euro beträgt die Einzelmitgliedschaft bei Volljährigen. Jugendliche und passive Mitglieder zahlen 64 Euro.

Nachdem die Kassenprüfung keinerlei Mängel aufdeckte, nahm Bürgermeister-Stellvertreter Günter Krug die Entlastung vor. Er bescheinigte dem TBK, mit viel Engagement überregional Werbung für die Stadt gemacht zu haben. Als Wahlleiter konnte er Carola Weber als einige Kandidatin für den Vorsitz vorschlagen. Sie wurde einstimmig gewählt. Ein kommissarischer Schriftführer wurde nicht gefunden. Gerd Emmenecker wurde für seine jahrzehntelange Tätigkeit Dank ausgesprochen. Er sicherte Carola Weber seine Unterstützung im Hintergrund zu.