Ratgeber

Chaos ahoi – wie Kinder am besten das Aufräumen lernen

Julia Kirchner

Von Julia Kirchner (dpa)

So, 28. Februar 2021 um 07:00 Uhr

Liebe & Familie

Der Sonntag Sie haben ihr eigenes System im Chaos, man versteht es nur nicht: Kinder zerlegen ihr Zimmer regelmäßig. Eltern sind genervt, der Nachwuchs ist unbeeindruckt. Wann lernt er endlich aufzuräumen?

Ein schön aufgeräumtes Kinderzimmer hält in den meisten Familien keine fünf Minuten. Unglaublich, was Kinder alles horten, auseinandernehmen und auf dem Boden verteilen können. Wie beherrscht man das Chaos? Und müssen Eltern selbst auch immer auf den Knien herumkriechen, um alles wieder einzusortieren?
Dass Kinder von selbst erkennen, wann es Zeit zum Aufräumen ist, und es dann auch tun, klingt traumhaft, entspricht aber leider nicht der Realität.

Also müssen Eltern den Anstoß geben und mit anpacken. Das können sie mit einem Ziel verknüpfen: "Komm, wir machen klar Schiff, damit du Platz zum Basteln hast!", sagt Dana Mundt, Sozialpädagogin bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Kunstwerke fotografieren
Mit Kindern, die viele Kunstwerke produzieren, kann man gemeinsam entscheiden: Was darf in die Erinnerungsbastelmappe, was ist Kunst – und was darf weg?

"Vielleicht hilft es auch, die größten Kunstwerke zu fotografieren und daraus später ein Buch zu basteln", schlägt Mundt vor. Alles andere, wie Bastelschnipsel, Glitzer oder Aufkleber dürfen erstmal in eine Kiste wandern, die unter dem Tisch steht. Wird sie nicht mehr beachtet, kann sie in den Papiermüll.

Spielsachen in Kisten ordnen
Das Aufräumen wird leichter, wenn es Orte und Plätze gibt, wo alles hin darf: eine große Kiste für Bausteine, eine Box für Kleinkram, das Regal für Bücher. Bilder vom Inhalt vorne auf die Kisten zu kleben, hilft zusätzlich. Eltern sollten ihren Kindern Stück für Stück beibringen, wie das Aufräumen funktioniert.
Chaos-Koller im Lockdown: Vom inneren Druck, ständig aufräumen zu müssen – und was man dagegen tun kann.

Um Kinder Ordnung näher zu bringen, sollten Mutter und Vater Vorbild sein und sie früh mitmachen lassen: Typischerweise schnappen sich viele Kinder zwischen zwei und drei Jahren einen Lappen oder Besen und versuchen zu wischen und zu fegen. Auch, wenn es zunächst keine große Hilfe ist oder noch mehr Chaos anrichtet: machen lassen! Damit wird der Grundstein gelegt.

Mit Vorschulkindern konkrete Ziele festlegen
Je älter die Kinder werden, desto besser können Eltern mit ihnen konkrete Vereinbarungen treffen: Was soll genau bis wann wie aufgeräumt werden? Auch hier werden die Eltern noch mithelfen müssen, es lohnt sich aber, dranzubleiben.

Und wenn es wiederholt nicht klappt? Dann ist es laut Mundt legitim, Konsequenzen folgen zu lassen, die aber vorher offen besprochen werden sollten. Zum Beispiel: "Dann können wir nicht zum Freund oder zur Freundin, weil erst noch aufgeräumt werden muss."