Vereine

Chöre in Schliengen und Bad Bellingen stimmen sich langsam ein

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Sa, 11. Juli 2020 um 08:03 Uhr

Schliengen

Wie Pinot Presto Mauchen, Frohsinn Schliengen, Männerchor Eggenertal und Chorgemeinschaft 1861 Bad Bellingen Corona trotzen.

Mitte März brachte das Coronavirus den Chorgesang zum Verstummen. Mittlerweile wurden viele Bereiche des öffentlichen Lebens wieder hoch gefahren. Wie gehen Chöre mit der aktuellen Situation um? Die BZ fragte nach bei den Gesangvereinen Pinot Presto Mauchen, Frohsinn Schliengen, Männerchor Eggenertal und Chorgemeinschaft 1861 Bad Bellingen.

Probenbeginn
Bei drei der vier Chöre ruht die Probenarbeit nach wie vor. Der 40 Aktive starke gemischte Chors Pinot Presto indes probt seit 23. Juni wieder im Freien auf dem Hof der Winzergenossenschaft Schliengen, sagt Vorstandsmitglied Kathrin Sommerhalter. Davor probte ein guter Teil des Chors per Zoom-Meeting daheim vor dem PC, doch gemeinsames Singen war wegen der Zeitverzögerung nicht möglich. Auch der 21 Sänger starke Jugendchor Pinot Presto Fuoco, so Sommerhalter, probe wieder in der großen Lieler Schlossgartenhalle, ebenso die 22 Kinder vom Kinderchor Pinot Presto Piccolo. Hierfür würden sich die jungen Sänger in je zwei Gruppen aufteilen.

Für den 22 Frauen starken Chor "Frohsinn" sei der Proberaum im Souterrain des Schliengener Bürger- und Gästehauses (BGH) zu klein für den Mindestabstand, sagt die zweite Vorsitzende Christa Iburg. In Schliengens evangelischer Kirche wiederum sähen die Vorschriften der evangelischen Landeskirche unter anderem nach jeder Probe eine Reinigung des Fußbodens und das Desinfizieren der Stühle vor. Um in Kontakt zu bleiben, habe es neulich erstmals wieder ein geselliges Treffen gegeben.

"Die Gesundheit geht vor" Hans-Rudi Heinrich

Erste gesellige Treffen im Freien hatten unlängst auch der 24 Sänger starke Männerchor Eggenertal und die 25 Sänger der Chorgemeinschaft 1861 Bad Bellingen, erzählen die Vorsitzenden Hans-Rudi Heinrich und Hans Pfitzer. Proben wolle man aufgrund der Altersstruktur in den beiden Männerchören vorerst aber noch nicht, finden beide. Heinrich sagt dazu: "Die Gesundheit geht vor". Zudem meint er, der Saal des Niedereggener Weihergärtle sei zwar groß genug, doch angesichts der großen Abstände könne man keinen guten Chorklang erzielen.

Beim Bad Bellinger Männerchor, so Pfitzer, komme das Raumproblem hinzu: Die Halle in Bamlach werde umgebaut, das Souterrain des Kurhauses und die Hertinger Halle seien zu klein. Auch die Arbeit des Kinder- und Jugendchores ruhe derzeit.
Aerosole beim Singen

Um das Problem der Tröpfcheninfektion in den Griff zu bekommen, wird mittlerweile ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Sängern empfohlen. Das Problem ist jedoch die Verbreitung von Coronaviren über Aerosole. Aerosole werden insbesondere beim Singen frei gesetzt, reichern sich in geschlossenen Räumen an und stehen stark unter Verdacht, zu Beginn der Pandemie Masseninfektionen in Chören verursacht zu haben, etwa in Mount Vernon/USA, Berlin und Amsterdam. Mehrere Forschungsgruppen befassen sich mit dem Aerosol-Thema, die Ergebnisse sind noch nicht wissenschaftlich publiziert.