Kreisliga A Süd

Claudio Braun und der Reiz des Neuen beim FV Ettenheim

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Mo, 19. August 2019 um 20:30 Uhr

Bezirksliga Ortenau

Claudio Braun, Trainer des FV Ettenheim, sagt nach dem Sieg gegen die SG Nonnenweier-Allmannsweier im Interview was er noch vorhat.

Nach dem Abstieg des FV Ettenheim startete die Kreisliga-A-Mannschaft mit einem 5:2 in die neue Saison. Mit dem Kenzinger Claudio Braun hat ein in der Ortenau unbekanntes Gesicht das Ruder am Mühlenweg übernommen. Warum er überhaupt noch als Trainer arbeitet, verriet er im Gespräch mit Wolfgang Künstle.

BZ: Der FV Ettenheim lag zunächst mit 1:2 hinten, gewann dann aber noch deutlich. Wollten Sie es spannend machen?

Braun: Wir sind die Partie ganz couragiert angegangen und auch früh die Führung erzielt, haben den Gegner dann aber durch zwei Fehler wieder zurück in die Partie geholt. Zum Glück konnten wir vor der Pause wieder ausgleichen. Nach dem 3:2 war die Sache dann gelaufen.

BZ: Sie haben das Traineramt beim FV Ettenheim zum Saisonbeginn übernommen. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?

Braun: Es ist eine tolle Anlage, wir haben willige Spieler – eigentlich beste Voraussetzungen. Der Kader könnte ein bisschen größer sein, da sollten wir in der Winterpause die Augen offen halten. Aber es war schön für die Spieler, die Auftaktpartie zu gewinnen. Das war ungewohnt. In den vergangenen Jahren gab es zum Teil herbe Niederlagen.

BZ: Sie waren zuletzt Trainer bei der SG Nordweil/Wagenstadt. Wie kamen Sie nach Ettenheim?

Braun: Ich habe noch nie als Trainer in der Ortenau gearbeitet. Für mich ist also tatsächlich alles neu. Ohne mein Navi wäre ich zur Zeit noch aufgeschmissen. Eigentlich wollte ich meine Zeit als Trainer langsam ausklingen lassen, doch dann kam das Angebot aus Ettenheim. Bis Lörrach runter kenne ich jeden Sportplatz, da wäre ich kaum mehr zu einem neuen Trainerjob zu überreden gewesen. Gerade, dass alles neu ist, hat mich gereizt, trotzdem ist der Weg zum Training nicht weit, das lässt sich gut mit meinem Beruf unter einen Hut bringen. Die Gespräche im Winter verliefen sehr gut, ich habe mich da gleich wohl gefühlt. Bloß die Zuschauer könnten etwas mehr sein, da bin ich aus Nordweil verwöhnt, wo bei jedem Spiel in der Bezirksliga 200 Besucher da waren. In Ettenheim kann man bislang jeden persönlich per Handschlag begrüßen, das ist ein bisschen schade.

BZ: Sie sind also ein neues Gesicht in der Ortenau. Stellen Sie sich doch unseren Lesern mal vor.

Braun: Ich bin 59 Jahre alt und leite das Technische Büro bei der Firma Freyler Metallbau in Kenzingen, wo ich auch wohne. Zuletzt war ich vier Jahre lang Trainer bei der SG Nordweil/Wagenstadt, wo wir gleich im ersten Jahr in die Bezirksliga aufgestiegen sind und uns dort Jahr für Jahr nach vorne gearbeitet haben.

BZ: Sind für den FV Ettenheim Parallelen geplant?

Braun: Nein, auf keinen Fall. Ich möchte mich und die Mannschaft nicht dem Druck des direkten Wiederaufstiegs aussetzen. Einen Aufstieg kann man nicht planen. Ich bin so lange Trainer, da ist es für mich nicht relevant, ob wir in der Kreis- oder Bezirksliga spielen. Wichtig ist, dass die Mannschaft Spaß hat.