Darüber nachdenken, wo das Infektionsrisiko liegt

Henrike Vetter

Von Henrike Vetter (Freiburg)

Do, 14. Januar 2021

Leserbriefe

AHA – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Ist das nicht die Schutzformel in diesen Zeiten? Ob der Verfasser des Leserbriefs wohl sein Schlafzimmer mit bis zu vier weiteren Menschen teilt? Ob er sich Küche und Bad mit vielen anderen Menschen teilt? Ob er dabei stets Maske trägt? Ob er schon über 60 ist und sich in verschiedenen Apotheken immer wieder neue Masken gratis abholt? Ob der Verfasser des Leserbriefes in diesen kalten Tagen erst nach warmen Orten suchen muss, an denen er sich aufhalten kann und ob er dabei wohl Orte findet, an denen sich keine weiteren Menschen aufhalten? Ob der Verfasser dieses Briefes also mal darüber nachgedacht hat, unter welchen Bedingungen Menschen einem besonderes hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind und im Fall einer Infektion letztlich auch andere gefährden? Vielleicht mangels Berührungspunkten nicht diejenigen, die "diesen Wohlstand erst geschaffen haben". Aber immerhin diejenigen, die mit ihnen Zimmer und warme Orte teilen, diejenigen, die sich für die Benachteiligteren in der Gesellschaft einsetzen, und nicht zuletzt auch die genannten Polizistinnen und Polizisten. Ich denke nicht, dass er darüber nachgedacht hat. Ich würde mir wünschen, er täte es das nächste Mal. Henrike Vetter, Freiburg